03:31 17 Dezember 2017
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    Der ukrainische Präsident Petro Poroshenko (l) im Trainingscamp der Nationalgarde bei Kiew (Symbolbild)

    Kiew schürt Angst vor Russland zum Treiben seiner Geschäfte im Stillen – Politologe

    © REUTERS/ Mykola Lazarenko
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    Der Militärkonflikt im Donbass wird laut dem Befehlshaber der ukrainischen Nationalgarde, Juri Allerow, bald zu Ende gehen. Vor diesem Hintergrund laufen jedoch Gespräche über die Lieferung von US-Waffen. Der Politologe Semjon Uralow sagte gegenüber Radio Sputnik, dass Kiew an der Eskalation des Konflikts interessiert sei.

    Der Militärkonflikt im Donbass ist Allerow zufolge bald zu Ende.

    „Ich denke, dass der Krieg nicht mehr lange andauert“, sagte er gegenüber der ukrainischen Zeitung „Apostroph“.

    Dabei erklärte er, dass die Nationalgarde trotz politischer Änderungen im Land ihr Potential entwickeln, ihre professionellen Eigenschaften und Kampffähigkeit verbessern werde, um die Sicherheit und die Rechte der Ukrainer zu verteidigen und „möglichst effektiv unterschiedlichen Rechtsgefährdungen entgegenzuwirken“.

    Gleichzeitig berichtete die Zeitung „The Wall Street Journal“, dass das Pentagon und das US-Außenministerium Raketenabwehranlagen – vermutlich des Typs Javelin – sowie Luftabwehranlagen an die Ukraine liefern wollen.

    Der Politologe Semjon Uralow ist dagegen der Auffassung, dass Kiew aus Wirtschaftsgründen an der Eskalation des Konflikts im Donbass interessiert sei.

    „Aus meiner Sicht will die Ukraine nicht so sehr diese Waffen sondern eher Finanzspritzen bekommen. Dies (der Konflikt – Anm. d. Red.) ist ein großes Geschäft, an dem Militärs, Geschäftsleute und Politiker teilnehmen. Darum sind sie vor allem aus Wirtschaftsgründen an einer Eskalation interessiert. Im Rahmen dieses Spiels (die Erklärungen von Allerow) ist das ein kleines Informationsdetail. Ich würde das nicht für ernst halten, es ist eher für den inneren Gebrauch, weil es innerhalb der drei Jahre ständig solche hurrapatriotischen Berichte, Aufrufe und Vorhersagen gegeben hat, sie wurden aber schnell vergessen“, so Uralow.

    Zudem sagte er: „Ich betrachte diese Gespräche nicht als Worte über eine neue Offensive, sondern als Geschäft, das die regierenden Eliten treiben wollen.“ Von Anfang an hätten sie sich so verhalten, um alle Konflikte in private, persönliche Geschäfte zu verwandeln.

    „Sie haben mit Russland Angst gemacht, und im Stillen haben sie landwirtschaftliche Grundstücke weggenommen und verkauft, kommunale Dienstleistungen verteuert, das heißt, sie haben die Schrauben angezogen. Der Krieg ist immer ein Anlass für die Fortsetzung solcher Politik. Ich würde das aus dieser Perspektive nicht als Vorbereitung auf eine Offensive einstufen. Hier ist es ein anderer Aspekt viel wichtiger: Man will noch ein wenig weiterplündern“, so der Politologe abschließend.

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    Tags:
    Geschäfte, Konflikt, Eskalation, Politik, Krieg, Waffen, US-Außenministerium, Pentagon, Donbass, USA, Ukraine