22:42 17 Dezember 2017
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    Vizepremier Dmitri Rogosin

    Moskau: Erklärung von Russlands Vizepremier zur Persona non grata ist heimtückisch

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    Politik
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    Moskau findet die Erklärung des russischen Vizepremiers Dmitri Rogosin zur „persona non grata“ in Moldawien heimtückisch, will sich aber laut dem russischen Vizeaußenminister Grigori Karassin mit Gegenmaßnahmen nicht beeilen.

    „Diese neue Entscheidung kann man nicht anders als heimtückisch bezeichnen. Sie ist eigentlich darauf gerichtet, alles einzustürzen, was in den letzten Jahren getan wurde“, sagte Karassin der russischen Zeitung „Kommerssant“.

    Das sei „ein Schlag gegen unsere Beziehungen, gegen die Friedensstifter, gegen die Interessen beider Länder“. „Das ruft bei uns eine berechtigte Empörung hervor“, so der Vizeaußenminister.

    Diese Entscheidung moldawischer Behörden gefährde nicht nur die beiderseitigen Beziehungen.

    „Sie ist auf die Destabilisierung der Situation in der Region und vielleicht in ganz Europa gerichtet“.

    Dieser Schritt würde Karassin zufolge „auch in den europäischen Hauptstädten Besorgnis erregen, weil das einen neuen Spannungsherd in Europa schaffen kann“. „Das sollte man in den Außenämtern der  europäischen Länder sowie in anderen Behörden gut verstehen“.

    „Die Versuche Chisinaus, sich als rechtspolitisch in antirussischen Kampagnen, die jetzt aktiv unternommen werden, zu zeigen, sorgen bei uns für ein ernstes Bedauern und Enttäuschung“, sagte der Vizeminister.

    Russland werde sich demnach mit Maßnahmen gegen Moldawien oder Rumänien Zeit lassen, es folge aber eine adäquate Antwort.

    „Wir agieren gemessen und nicht so emotional, wie einige internationale Spieler. Wir werden uns damit (mit den Gegenmaßnahmen – Anm. d. Red.) nicht beeilen. Dass diese Handlungen aber eine adäquate Antwort bekommen werden, unterliegt keinem Zweifel“, so Karassin.

    Die moldawische Regierung hatte Dmitri Rogosin zuvor als Persona non grata auf dem Territorium ihres Landes erklärt. Die Initiative stammte von Außenminister Andrei Galbur. Nach seinen Worten hatte Rogosin in letzter Zeit mehrere Erklärungen abgegeben, die Moldawien „verleumdeten, beleidigten und unfreundlich ihm gegenüber waren“.

    Rumänien hatte einem russischen Flugzeug, das nach Chisinau (Moldawien) unterwegs war, den Überflug verwehrt. Die Maschine, mit der unter anderem der russische Vizepremier unterwegs war, musste abdrehen und landete in Minsk. Rogosin warf dem Vorsitzenden der moldawischen Regierungspartei, Wladimir Plachotnjuk, das Scheitern seines Besuchs in Chisinau und Tiraspol vor.

    Der Präsident von Moldawien, Igor Dodon, hatte diese Entscheidung der Regierung des Landes als einen beispiellosen diplomatischen und geopolitischen Skandal kritisiert.

    Laut dem Kreml-Sprecher Dmitri Peskow ist die Situation mit der Erklärung des russischen Vizepremiers Dmitri Rogosin zur Persona non grata in Moldawien absolut inakzeptabel und wesentlich schlimmer als die Verhängung neuer Sanktionen durch die USA.

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    Tags:
    persona non grata, Grigori Karassin, Dmitri Rogosin, Russland, Rumänien, Moldawien
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