04:30 06 August 2020
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    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko fordert Waffenlieferungen von den USA seit der Zeit, als Barack Obama noch US-Präsident war. Die Vorstellung, dass Washington auf Kiews Bitte eingehen könnte, ist laut dem Deutschlandfunk für Deutschland und Frankreich ein Albtraum.

    Obama war der Bitte der Ukraine nach Waffenlieferungen nicht nachgekommen: Washington beließ es bei Trainingsprogrammen und der Lieferung von Radar- und Nachtsichtgeräten. Der ukrainische Präsident klagte aber, er werde damit den Krieg im Donbass so nicht gewinnen. „Bis heute werden Poroschenko und sein Verteidigungsminister Stepan Poltorak nicht müde, mehr von den westlichen Partnern zu fordern“, betont der Radiosender.

    Der US-Sondergesandte Kurt Volker zeige aber Verständnis für diese Bitte und nähre damit Hoffnungen in Kiew, dass die Amerikaner dieses Mal anders entscheiden könnten. Zuvor hatte Volker die Stadt Kramatorsk besucht, die sich unweit der Konfliktlinie im Donbass befindet. Danach sagte er, die Ukraine befinde sich in einem heißen Krieg, von einem eingefrorenen Konflikt könne keine Rede sein. Volker machte auch klar, die USA würden sich nun mehr einmischen.

    Der US-Sondergesandte sehe keine Provokation in den US-Waffenlieferungen an die Ukraine, für ihn sei es ein Mittel, die russische Seite zum Einlenken zu bewegen. „Es würde den Ukrainern die Möglichkeit geben, sich zu verteidigen. Wenn die russische Seite weitere Schritte auf ukrainischem Gebiet unternehmen sollte. Russland sagt, man werde das nicht tun – also besteht für niemanden ein Risiko“, so Volker.

    Die russischen Militärexperten bezweifeln aber, dass sich die Ukraine an die „Auflagen“ der amerikanischen Seite halten werde. „Der Javelin-Komplex kann als Verteidigungs-, aber auch als Angriffs- oder Sturmwaffe gebraucht werden, in einer Stadt, zum Beispiel“, zitiert der Radiosender den russischen Militärexperten, Wiktor Murachowski. Die möglichen US-Waffenlieferungen an Kiew erregen Besorgnis nicht nur bei Moskau, sondern auch bei den europäischen Ländern.

    „Für die Vermittler aus Deutschland und Frankreich ist allein schon die Vorstellung, dass es noch mehr Waffen in einer ohnehin schon waffenstarrenden Region geben wird, ein Albtraum. Denn schon jetzt gelingt es nicht, einen dauerhaften Waffenstillstand hinzubekommen“, heißt es beim DLF.

    Die Zeitschrift „The Wall Street Journal“ hatte zuvor unter Berufung auf US-Beamte berichtet, dass das Pentagon und das US-Außenministerium einen Plan zu Waffenlieferungen an die Ukraine erarbeitet hätten. Das Weiße Haus soll jedoch die Initiative noch nicht gebilligt haben.

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    Tags:
    Waffenlieferungen, Deutschlandfunk, Kurt Volker, Deutschland, USA, Frankreich, Ukraine