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05:35 14 Oktober 2019
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    Kim Jong-Un und seine Militärs nach dem Teststart der Interkontinentalrakete Hwasong-14

    „Für Washington sehr günstig“: US-Tricks gegen Russland und China dank Kims Raketen

    © REUTERS / KCNA
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    Die Aufregung um Nordkoreas Raketenprogramm wird von den USA gekonnt instrumentalisiert, um Truppen und Waffen in der Region zu stationieren. Damit werden insbesondere Militäranlagen in China und Russland ins Visier genommen. Diesen Standpunkt vertritt der russische Militärexperte Viktor Litowkin.

    In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“ schreibt Litowkin:

    „Kim Jong-un weiß genau: Saddam Hussein und der Irak hatten keine Raketen und keine Atomwaffen – und es ist gut bekannt, was mit ihnen passierte. Auch Muammar Gaddafi und Libyen hatten keine solchen Waffensysteme – und ihr Schicksal erwies sich als wenig beneidenswert. Solche Waffen fehlen nun auch Baschar Assad und Syrien – und dessen legitime Regierung führt seit Jahren einen auszehrenden Kampf gegen zahlreiche terroristische Armeen, denen radikale arabische Regime und deren überseeische Verbündete den Rücken stärken.“

    Eine Aggression gegen Nordkorea könnte sehr folgenschwer sein. Deshalb werde das Land zwar mit immer neuen Drohungen durch die USA konfrontiert, aber trotzdem nicht angegriffen, stellt Litowkin fest.

    Russland und China seien übrigens von Nordkoreas Atom- und Raketentests ebenfalls nicht begeistert. Aus ihrer Sicht solle das Problem jedoch durch Verhandlungen gelöst werden: „Auch Pjöngjang selbst garantierte einen Stopp seiner Tests, die viele Länder der Welt irritieren, falls Washington gleichberechtigte und gegenseitig respektvolle Gespräche mit ihm eingeht, eine schriftliche Garantie liefert, einen Nichtangriffspakt schließt und keinen Regimewechsel in Nordkorea anstrebt. Doch die USA lehnen solche Gespräche und erst recht solche Pakte strikt ab.“

    „Die Ursache ist offensichtlich – trotz aller angeblich überzeugenden Ausreden. Der Konflikt um Pjöngjangs Raketen- und Atomprogramm ist für Washington sehr günstig“, postuliert der Militärexperte.

    Nach Ansicht von Litowkin blufft Washington ganz bewusst: „Unter dem Deckmantel des Geredes über die Gefahr nordkoreanischer Raketen können die USA ihre vieltausendköpfigen Truppen in Südkorea und Japan verbleiben lassen – darunter auch Kriegsschiffe mit Kernwaffen an Bord. Sie können nicht nur Flugzeugträger-Kampfgruppen zur koreanischen Halbinsel sowie ins Japanische und Südchinesische Meer entsenden, sondern auch U-Boote, Fregatten und Zerstörer mit Tomahawk-Marschflugkörpern großer Reichweite, um damit nicht nur nordkoreanische Städte, Militärbaasen und Versuchsgelände anzuvisieren, sondern auch Anlagen dieser Art in China und Russland.“

    „Indem die Regierung in Seoul mit der nordkoreanischen Raketen-Bedrohung eingeschüchtert wird, kann man dem neuen Präsidenten Südkoreas das Recht abringen, THAAD-Raketenabwehrsysteme im Land zu stationieren, um damit Nordkoreas Territorium zu kontrollieren – und dazu noch den Süden Chinas und die russische Region Primorje“, so der Kommentar.

    Die Verantwortung dafür, dass das Problem mit Nordkoreas Raketentests ungelöst bleibt, schiebt die US-Regierung laut Litowkin Russland und China zu, um nicht öffentlich zu gestehen, dass sie selbst keine Lösung will.

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    Tags:
    Beschuldigungen, Kernwaffen, Raketentest, Spekulationen, Anlass, Truppenentsendung, Saddam Hussein, Muammar al-Gaddafi, Japan, USA, Russland, China, Nordkorea