12:36 25 November 2017
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    Porträtfoto eines CIA-Veterans auf der SS-Fahne

    Geheimarchiv: CIA finanzierte Antisowjet-Untergrund in Lettland

    © AP Photo/ Cliff Owen
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    Die CIA hat seit Beginn der Fünfzigerjahre den antisowjetischen Untergrund in Lettland gefördert. Der US-Geheimdienst finanzierte die Rebellen und rüstete sie aus. Dies geht aus einem freigegebenen CIA-Archiv hervor, berichtet das Portal lsm.lv.

    Die Antisowjet-Rebellen in Lettland sollten „ihre vorhandenen Möglichkeiten stärken und ihre Geheimaktivitäten ausweiten“ – die CIA stellte Geld und entsprechendes Know-how dafür bereit. Der erstarkte Untergrund sollte dann Geheiminformationen sammeln, Kontakte zu anderen Mitgliedern des Untergrunds in der Sowjetunion knüpfen und Wirtschaftssabotage und einen Partisanenkrieg gegen die UdSSR betreiben.

    Die Mission lief unter dem Decknamen „ZRLYNCH“ im August 1950 an. Die CIA stellte großzügig Gelder zur Verfügung. Für eine Untergrundaktion im Jahr 1953 wurden den Archivquellen zufolge 135.000 US-Dollar gezahlt.

    Aber das war noch nicht alles. Der US-Geheimdienst gab auch Gelder dafür, um lettische Emigranten in Schweden und Deutschland als Verbindungsleute zu den Untergrundrebellen einzusetzen. Dafür mussten sie organisiert werden. Entsprechende Strukturen wurden geschaffen: In Deutschland wurde mit US-Geldern eine Zeitung verlegt, die Migranten trafen sich auf speziellen Konferenzen – unter ihnen auch ehemalige „Waldbrüder“.

    Bis zur Veröffentlichung wurde das CIA-Archiv als Top-Secret eingestuft. Noch heute fehlen in den Unterlagen ganze Seiten, manche Stellen sind geschwärzt, so das Portal Delfi.

    Abrufbar ist das Archiv schon seit mehreren Jahren. Dass die lettischen Medien erst jetzt darauf aufmerksam werden, könnte mit dem jüngsten Film-Skandal der Nato zusammenhängen, mutmaßt das Portal. Die Allianz hatte nämlich einen Teaser zu einem Film über die Tätigkeit lettischer „Waldbrüder“ auf dem Sowjetgebiet nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlicht – zum starken Unmut Moskaus.

    Das russische Außenministerium wertete den Teaser als einen Versuch, die Ergebnisse des Nürnberger Prozesses und die Geschichte zu revidieren. Denn: Die lettischen „Waldbrüder“ kämpften Seite an Seite mit den deutschen Besatzern und waren an der Ermordung Tausender Zivilisten beteiligt, erklärte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa.

    Sie betonte, die Aktionen der „Waldbrüder“ seien von westlichen Geheimdiensten koordiniert worden, was die Nato wohl am allerbesten wissen müsse.

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    Tags:
    Veröffentlichung, Archiv, Untergrund, Finanzierung, Sowjetunion, Lettland, USA
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