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    Sicherheit über alles. Für die Weltraummissionen der Nato und den Schutz der Erde vor außerirdischen Organismen sucht die NASA einen „Offizier für den Planetenschutz“.

    Der Kandidat soll Berufserfahrung auf einem hohen Posten in einer staatlichen Institution mitbringen, sich in den Besonderheiten des Schutzes von Planeten auskennen, über ausreichende ingenieurtechnische Erfahrung verfügen und bereit sein, ständig auf Reisen zu sein (wohl innerhalb des Sonnensystems).

    Die Leitung des Planetenschutzes ist offenbar eine wichtige Angelegenheit, und der Offizier soll jährlich bis zu 187.000 US-Dollar Lohn bekommen. Das ist mehr als das Gehalt eines Brigadegenerals und nur die Hälfte von dem, was der US-Präsident verdient.

    Bienen auf dem US-Stützpunkt in Virginia (Archivbild)
    © CC0 / U.S. Air Force/Master Sgt. Carlos Claudio

    Zuvor wurde über 125 Milliarden schwere „Haushaltsausgaben“ und beeindruckende Kosten des Pentagons für ungerechtfertigte Projekte berichtet, die jedoch Sinn haben — die Sicherheit der Amerikaner und ihrer Verbündeten. Unter den Militärausgaben gibt es aber absolut sinnlose Beispiele.

    So gab das Pentagon in den letzten drei Jahren mehr als 1.5 Millionen US-Dollar für Viagra aus. Die amerikanischen Steuerzahler sind nicht verpflichtet, für Probleme der impotenten Soldaten zu zahlen. Und wenn das die Sorge um Ruheständler sein sollte, so ist die Militärrente in den USA am höchsten: Nach 30 Dienstjahren bekommt ein Sergeant monatlich etwa 5000 US-Dollar, ein Offizier bis zu 12000, abgesehen von den Vergünstigungen. Für die Aufrechterhaltung des Kampfgeistes ist das mehr als ausreichend. Die Launen des Pentagons richten sich wohl nicht auf die Stärkung der Gesundheit.

    Die amerikanischen Militärangehörigen gaben allein 2013 und 2014 etwa 3,4 Millionen US-Dollar aus der Staatskasse für Glücksspiele, Besuche von Striptease-Clubs und andere persönliche Bedürfnisse aus. Dabei benutzten sie Kreditkarten, die ausschließlich für dienstliche Zwecke vorgesehen sind. Hier hat die Luftwaffe die Nase vorn, gefolgt von der Armee und der Marine.

    Dann folgten die Korruptionsermittlungen in der Zone der 7. Flotte der US-Marine (Pazifischer und Indischer Ozean). Es handelt sich um Hunderte Militärangehörige, darunter 30 Admirale. Bei dem Bestechungsskandal geht es darum, dass der Eigentümer der singapurischen Firma Glenn Defense Marine Asia gegen Belohnung (Schmiergelder) Werkverträge für die Bedienung der amerikanischen Schiffe in den asiatischen Häfen schloss und die Marine um 35 Millionen US-Dollar betrog. Als Bestechung nahmen die amerikanischen Militärchefs touristische Pauschalreisen und nutzten die Dienstleistungen von Prostituierten, die sie in E-Mails „Leibwächter“ nannten.

    Gerade so stellen sich die exzeptionellen amerikanischen Militärangehörigen wahrscheinlich ihre Macht über die Welt vor: ständige Gratis-Reisen in die Tropen, Escort-Service von Einheimischen, Kasino und Alkohol.

    Für die Untersuchung, ob afrikanische Elefanten Bomben erschnüffeln können, gab das Pentagon nur 50.000 US-Dollar aus. Es stellte sich jedoch schnell heraus: Elefanten möchten nicht als Pioniere arbeiten. Auf dem Schwarzen Kontinent blieben jedoch noch viele andere nicht erfasste Elefantenarten. Das 2014 von der amerikanischen Regierung für 3,2 Millionen US-Dollar in Auftrag gegebene Forschungsprojekt mit Affen, die in großen Mengen Alkohol konsumieren, sieht viel kreativer aus. Und natürlich hat das Bezug zu den Problemen des Pentagons, dem Impotenz und Alkoholismus sind nicht weniger bedrohlich als die Terroristen im Nahen Osten.

    Das stabilste System ist das Chaos. Unter den paradoxen Absurditäten des US-Verteidigungsministeriums gibt es einen unverhüllt kriminellen Fonds zur Bestechung von ausländischen Beamten (Overseas Contingency Operations) sowie den Erwerb von einheimischen Kaffeekannen für 7600 US-Dollar je Stück. Natürlich entstehen dabei Fehler in den Papieren: Ein Jahr vorher konnte das Pentagon für Ausgaben in Höhe von 6,5 Billion US-Dollar keine Rechenschaft ablegen.

    Auch 2018 will Washington das Militärbudget anheben. US-Präsident Donald Trump forderte vom Kongress für die Bedürfnisse des Pentagons 639 Milliarden US-Dollar (52 Milliarden mehr als im Jahr davor) an. Kann es sein, dass ein Teil dieses Geldes in Trainings von Marinegarnelen, den Kampf gegen böse Geister, Operationen zur Geschlechtsumwandlung, traditionelle Escort-Dienstleistungen oder an die Untersuchung der ersten sexuellen Erfahrung bei jungen Schwulen gehen wird?

    Wenn die Sicherheitsausgaben des Pentagons und der US-Regierung von ehrlichen Amerikanern streng kontrolliert würden, wäre es schwierig, die Zweckmäßigkeit dieser enormen Ausgaben und die jährliche Erhöhung des Militärbudgets zu erklären. Die Auftragnehmer des Militär-Industrie-Komplexes, ihre Verbündeten im Kongress und dem Verteidigungsministerium sind an der Transparenz und dem Sinngehalt der Ausgaben wenig interessiert. Und absichtlich „aufgedeckte“ Absurditäten lenken bloß die Öffentlichkeit vom Sinn des Geschehenen ab.

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    absurd, Forschungen, Militärausgaben, NASA, Pentagon, Donald Trump, Afrika, USA