07:28 11 Dezember 2019
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    Manöver: Taiwanesische Militärs feuern amerikanische Javelin-Raketen ab (Symbolbild)

    US-Javelin-Systeme helfen Kiew im Donbass nicht – Experte nennt drei Gründe

    © AFP 2019 / Sam Yeh
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    Der Militärexperte Wiktor Murachowskij hat gegenüber dem Portal „Wirtschaft heute“ drei Gründe genannt, warum die amerikanischen Panzerabwehrraketensysteme Javelin den ukrainischen Kämpfern kaum helfen würden, ihre militärische Überlegenheit im Donbass zu erreichen.

    Das US-Panzerabwehrraketensystem Javelin gelte wegen seiner komplizierten und hochtechnologischen Elemente als sehr teure Waffe. Ein Komplex kostet demnach etwa 246.000 US-Dollar. Die Anfrage des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko werde Kiew 300 Millionen US-Dollar kosten – das sei sehr viel sogar für den amerikanischen Militärhaushalt. Die Ukraine hat aber dem Experten zufolge eine „löchrige“ Staatskasse. Damit ist das der erste Grund.

    Zweitens haben die ukrainischen Militärs eine niedrige Qualifikation, deswegen könnten sie diese Komplexe nicht effektiv nutzen. Laut der Zeitung „Iswestija“ haben die ukrainischen Streitkräfte ganz andere Standards und kein einheitliches Feuersystem, in das die Raketenabwehrraketenkomplexe integriert werden könnten.

    Drittens seien da die Bedingungen, die die USA an Kiew für die Lieferung von letalen Waffen stellten. Alle Komplexe, darunter auch das Javelin-System, dürfen demnach nicht näher als 40 bis 50 Kilometer zur Frontlinie im Donbass eingesetzt werden, wie dies die Minsker Abkommen fordern.

    Seit 2014 will die Ukraine Medienberichten zufolge amerikanische Panzerabwehrraketensysteme Javelin bekommen. Präsident Poroschenko erklärte damals, dass die ukrainischen Streitkräfte insgesamt 1214 FGM-148-Javelin-Einheiten bräuchten. Die Ukraine halte diese Systeme für eine „Wunderwaffe“.

    Die Zeitschrift „The Wall Street Journal“ hatte zuvor unter Berufung auf US-Beamte berichtet, dass das Pentagon und das US-Außenministerium einen Plan für Waffenlieferungen an die Ukraine erarbeitet hätten. Das Weiße Haus soll jedoch die Initiative noch nicht gebilligt haben.

    Früher hatten sich mehrere europäische Politiker gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen, darunter der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Auch der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, General Petr Pavel, sieht eigenen Worten zufolge keine Notwendigkeit in Waffenlieferungen an Kiew, weil dies „das Leiden der Menschen nur vergrößern wird“.

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    Tags:
    Panzerabwehrraketen, Militärs, Haushalt, Waffenlieferungen, Petro Poroschenko, Donbass, USA, Ukraine