01:00 15 Dezember 2018
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    Gouvernement Homs, Syrien (Archivbild)

    Das plant Amerika mit Deeskalationszonen in Syrien – Experte klärt auf

    © REUTERS / Omar Sanadiki
    Politik
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    Die dritte Deeskalationszone in Syrien, die 84 Ortschaften mit mehr als 147.000 Einwohnern umfassen soll, entsteht nördlich der Stadt Homs. Der Nahostexperte Boris Dolgow bewertete dies in Radio Sputnik als positive Tendenz, die allerdings gewisse Risiken in sich berge.

    „Man muss sagen, dass die Tendenz zur Bildung von Deeskalationszonen in Syrien an sich natürlich positiv ist – besonders in Homs, einem Industrie- und dichtbesiedelten Ort“, äußerte der Experte. „Hier muss aber auch eingeräumt werden, dass sich diese Deeskalationszonen zu autonomen Regionen entwickeln. Hier werden eine eigene Verwaltung, die von der zentralen zum Teil unabhängig ist, sowie neue Militäreinheiten gebildet.“

    Im Falle der Fortsetzung des Konfliktes könne dies zu einer Spaltung Syriens führen, warnte Dolgow. Als erste kann aus seiner Sicht die Deeskalationszone im Südwesten Syriens, die unter Mitwirkung der Amerikaner eingerichtet werde, zu einer von Damaskus unabhängigen Zone werden. Die Amerikaner erklärten einst, erinnert der Experte, dass sie die Deeskalationszonen nach deren Bildung nicht unter die Kontrolle der Regierung in Damaskus übergeben würden.

    Selbst vor dem Hintergrund dieser Risiken sollte man jedoch die Verhandlungen zur Bildung von Deeskalationszonen zweifelsohne fortsetzen. „Der Erfolg dieser Verhandlungen besteht vor allem darin, die Kampfhandlungen einzustellen und das Leiden der Zivilisten zu stoppen“, resümierte Dolgow.

    Am Vortag hatte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, bekannt gegeben, dass die Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums und der sogenannten gemäßigten syrischen Opposition bei ihrem Treffen in Kairo das Verfahren mit der dritten Deeskalationszone vereinbart hätten. Ab 4. August soll demnach die russische Militärpolizei zwei Kontrollpunkte in den Bezirken Narb-Nafsa und Duayr sowie drei Beobachtungsstellen in den Bezirken Khmira, Kubeybat und Tell-Amery einrichten.

    Konaschenkow verwies darauf, dass in der fünften Runde der Astana-Gespräche Anfang Juli die Einrichtung von insgesamt vier Deeskalationszonen vereinbart worden sei. Zwei von ihnen, im Südwesten Syriens und bei Damaskus (Ost-Ghouta), würden bereits erfolgreich funktionieren.

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    Tags:
    Frieden, Zivilisten, Fortsetzung, Konflikt, Kontrolle, Verhandlungen, Risiken, Plan, Deeskalationszonen, USA, Syrien