08:45 27 Juni 2019
SNA Radio
    Feierlichkeiten in Nordkorea anlässlich des 105. Geburtstages von Staatsgründer Kim Il-sung

    Vereinte Nationen gehen gegen Nordkorea an: UN verhängt bislang schärfste Sanktionen

    © Sputnik / Iliya Pitalev
    Politik
    Zum Kurzlink
    9498

    Der UN-Sicherheitsrat hat am Samstag einstimmig schärfere Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen. Die entsprechende Resolution enthält Ausfuhrverbote für Kohle, Eisen, Eisenerz, Blei, Bleierz sowie Fisch und Meeresfrüchte.

    Im Atomkonflikt mit Nordkorea verhängte der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Sanktionen. Den Resolutionsentwurf hatten die USA eingebracht, um den Druck auf das Land zu erhöhen. Es ist die achte UN-Resolution im Zusammenhang mit Nordkoreas Atom- und Raketentests seit dem Jahr 2006. Wirkung zeigte bisher keine von ihnen – Pjöngjang setzte seine Tests und sein Atomprogramm trotz aller Warnungen bisher fort.

    Die zehnseitige Resolution bezeichnet die jüngsten Raketentests als „gewalttätige und unverhohlene Missachtung“ bestehender Resolutionen. Die Exporterlöse des international weithin isolierten Landes würden mit diesem Schritt um eine Milliarde Dollar (850 Millionen Euro) und damit mindestens ein Drittel gekürzt, sagte Großbritanniens UN-Botschafter Matthew Rycroft.

    Zudem wurden Reiseverbote gegen neun Nordkoreaner verhängt, die an Bank- und Militärgeschäften beteiligt sind. Ihr Vermögen sowie das von vier nordkoreanischen Unternehmen, darunter zwei Banken und eine Versicherung, wurden eingefroren. Nordkoreanische Schiffe, die die UN-Resolution verletzen, wird das Anlaufen von Häfen aller Staaten untersagt.

    UN-Länder dürfen die Anzahl von Arbeitern aus Nordkorea nicht mehr erhöhen, keine neuen gemeinsamen Unternehmen mit diesem Land gründen und die schon bestehenden nicht erweitern. Außerdem wurden neue Sanktionen gegen Nordkoreaner verhängt, die mit Pjöngjangs Raketen- und Nuklearprogrammen verbunden sind.

    Die letzten zwei Raketentests hätten die Welt an einen „kritischen Punkt“ gebracht, sagte die UN-Botschafterin François Delattre.

    „Was in dieser Krise auf dem Spiel steht, ist die Zukunft, die Zukunft des Systems der Nichtverbreitung (von Atomwaffen), die wir über das letzte Jahrzehnt sehr geduldig aufgebaut haben.“

    Schwedens UN-Botschafter Carl Skau sagte, Sanktionen allein würden die Situation nicht lösen, und „kreativere Diplomatie“ sei notwendig.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Diese Rakete startete Nordkorea in Wirklichkeit: Moskau informiert UN-Sicherheitsrat
    USA tappen in eigene „Nordkorea-Falle“
    Nordkorea nennt Frist für Präventiv-Atomschlag gegen USA
    USA sitzen auf Pulverfass und spielen mit dem Feuer - Nordkorea-Medien
    Tags:
    Sanktionen, UN, Nordkorea