11:52 18 Dezember 2017
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    Soldat der russischen Armee in der befreiten Altstadt von Palmyra (Archivbild)

    Festung Europa wird zur Terror-Hochburg – Teil II: Russland ist der Retter

    © Sputnik/ Maksim Blinow
    Politik
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    Wenn sie aus Nahost vertrieben werden – wo gehen Terroristen dann hin? Die EU-Spitzen machen sich darüber keinen Kopf. Sie sind damit ausgelastet, Russland als Feindbild zu bemühen. Und übersehen, wie Europa zur Plattform der Terror-Internationale wird, schreibt der Außenpolitikexperte Andrej Baklanow in einem Beitrag für „Nesawissimaja Gaseta“.

    Eine Flüchtlingsroute ist für Terroristen die perfekte Tarnung. 40.000 ausgebildete Terror-Kämpfer sind heute schon auf europäischem Boden. In den ersten vier Monaten dieses Jahres kamen über 25 Prozent mehr Flüchtlinge aus Nordafrika in Italien an als 2016. Insofern ist die Verlegung von weiteren 60.000 Mann aus dem Terroristen-Kontingent nach Europa abzusehen. Das alles sind kampferprobte Leute.

    Wir wurden bereits Zeugen dessen, was nur wenige Terroristen anrichten können. Was ist dann von 100.000 kampferfahrenen Männern zu erwarten? Viele von ihnen sind über 40 Jahre alt und seit langem in Terrorbanden aktiv – eine Integration in gesellschaftliche Strukturen erscheint da absolut illusorisch.

    Besonders dramatisch ist die Lage in Großbritannien und Deutschland. Erst wurden Radikale nicht an ihrer Ausreise in den Nahen Osten gehindert, jetzt sind sie – reich an Kampferfahrung – zurück. Allein in Großbritannien halten sich rund 23.000 Rückkehrer auf. Und was haben sie und ihre „Kollegen“ mit Europa eigentlich vor? Terroranschläge sind jedenfalls nur ein Teil ihrer Strategie.

    Dramatische Terrorattacken sollen einschüchtern, die Stärke der Terroristen demonstrieren und den Europäern zeigen, dass nicht mal mehr der Staat deren Sicherheit garantieren kann. Dies ist der erste Teil der Terror-Strategie in Europa.

    Der zweite Teil: Die Ausweitung von Einfluss innerhalb muslimischer Gemeinden. Gemäßigte Imame sollen neutralisiert werden, die Gemeinden radikalisiert.

    Und dann muss sich die Terror-Internationale in Europa auch finanzieren. Das ist das dritte – und zentrale – Element der Terror-Strategie: Massive Erpressung der EU-Wirtschaft nach dem Schema „Ein kleiner Obolus und wir lassen euch in Ruhe.“

    So hat es schon in Afghanistan funktioniert, im Irak und in anderen muslimischen Ländern des arabischen Raums. Jetzt kann dieser Ansatz auch nach Europa überschwappen. Dass solche Methoden nicht nur auf Klein- und Mittelständler anwendbar sind, sondern auch auf Großkonzerne, liegt auf der Hand.

    Wenn die Terroristen schon ohne jedwede Angst vor Staat, Armee, Polizei und Geheimdiensten agieren, warum sollen sie dann auf so lukrative Einnahmequellen verzichten? Schiebt man dem heute keinen Riegel vor, könnten die Terroristen und Extremisten bald schon über kolossale Mittel verfügen, die die Einnahmen aus dem „traditionellen“ Gewerbe von Verbrechern – Rauschgift-, Waffen- und Menschenhandel – möglicherweise gar übersteigen.

    In einer nicht allzu fernen Zukunft könnte Europa somit wiedermal in die Lage geraten, Hilfe zu benötigen – in Europas Geschichte war dies schon mehrmals so. Entscheidend könnte in dieser Situation Moskaus Hilfe sein. Nur könnte unsere Hilfsbereitschaft durch das – vorsichtig formuliert – unangebrachte Verhalten europäischer Politiker mächtig gedämpft werden.

    Europas Sicherheitspolitiker machen heute Fehler von strategischer Reichweite, ähnlich den Fehlschlüssen kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Damals – vor der Weltkriegskatastrophe und der Okkupation ganz Europas – blieben die Aufrufe der Sowjetunion zur Bildung eines Systems kollektiver Sicherheit unerhört. Plumpe, boshafte Anti-Russland-Positionen gewannen die Oberhand.

    Man muss wissen: Westliche Politiker und Unternehmer bauten Deutschlands Kriegspotential mit auf. Dann arbeiteten auch Europas besetzte Gebiete für Hitler-Deutschland: Rund ein Viertel aller lebens- und kriegswichtigen Güter kamen aus den europäischen Ländern.

    Die Rechnung bezahlten am Ende viele Völker – und allen voran die Völker der Sowjetunion: Das russische Volk trug die Hauptlast des Krieges gegen Nazi-Deutschland.

    Die Industrie und die Wirtschaftsstrukturen Europas arbeiteten für Hitler, während 90 Prozent seiner militärischen Schlagkraft bis Mitte 1944 an der Sowjetfront geballt war. Die UdSSR befreite elf europäische Länder teilweise oder ganz. Allein bei der Befreiung Polens verlor unser Land auf den Schlachtfeldern rund 600.000 Soldaten und Offiziere. Heute werden die Denkmäler dieser Helden unter stillschweigender Zustimmung europäischer Politiker abgerissen.

    Deshalb kommt die Frage von selbst: Wie sollen wir denn mit den europäischen Partnern auch im Nahen Osten zusammenarbeiten, wenn wir ständig mit Respektlosigkeit gegenüber unseren Opfern im Kampf gegen den Faschismus konfrontiert werden, die Europa einst zu seiner Freiheit verhalfen?

    Auch heute warnt der Kreml vor den negativen Folgen der westlichen Interventionspolitik im Nahen Osten, die übrigens auch die Flut illegaler Einwanderer nach Europa verursacht hat. Doch die Argumente der russischen Führung wurden von der Europäischen Gemeinschaft nicht im Geringsten akzeptiert. Zu stark sind in Europa die russophoben Stimmungen, zu groß der Druck auf vernünftig denkende Menschen.

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    Folgen, Terrorbekämpfung, Flüchtlingskrise, Wirtschaft, Der Zweite Weltkrieg, Terrormiliz Daesh, EU, Europa, Russland
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