18:19 21 Februar 2018
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    Ein junger chinesischer Toursit im Zug auf der Transsibirischen Eisenbahn

    Chinesen verlassen russischen Fernen Osten

    © Sputnik/ Ewgenij Epantschizew
    Politik
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    Die Befürchtungen um eine schleichende Besiedlung des russischen Fernen Ostens durch Chinesen zerstreuen sich allmählich. Die chinesischen Zuwanderer werden heute zunehmend durch Migranten aus Mittelasien abgelöst.

    Wie der Leiter des Programms „Russland in der Asiatisch-Pazifischen Region“ im Moskauer Carnegie-Zentrum, Alexander Gabujew, gegenüber der Zeitung „Wsgljad“ sagte, kommen immer mehr Gastarbeiter aus den ehemaligen Sowjetrepubliken Usbekistan und Tadschikistan in die russische Fernost-Region. Sie würden dort schon die zahlenmäßig größte Migrantengruppe ausmachen. Chinesen und Nordkoreaner rangierten auf den Plätzen zwei und drei.

    Die Hauptursache für den Rückgang der Zahl der chinesischen Migranten liegt nach Einschätzung des Experten in der aktuellen Wirtschaftskrise in Russland und dem Verfall des Rubels. Außerdem würden die Arbeitsplätze in China immer attraktiver, weil sich die Zahl der chinesischen Bürger im arbeitsfähigen Alter verringere, so Gabujew.

    Die Zuwanderung von Ausländern geht mit einer massenhaften Abwanderung der einheimischen Bevölkerung einher. Wie der Sekretär des Sicherheitsrates Russlands, Nikolai Patruschew, in einer Beratung in Jakutsk mitteilte, haben in den vergangenen 20 Jahren fast zwei Millionen Menschen – etwa 20 Prozent der einheimischen Bevölkerung — die Region verlassen.

    Nach Meinung des Experten haben die Migranten mit dem Abfluss der russischsprachigen Bevölkerung aus dem Fernen Ostens kaum etwas zu tun. Die Ursache liege vielmehr darin, dass es in der Region nur wenig hochbezahlte Arbeitsplätze gibt, so Gabujew.

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