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    Einsatz der US-Armee in Afghanistan (Archivbild)

    Planen die USA jetzt neue Strategie in Afghanistan?

    © Foto: DoD/ U.S. Marine Corps/ Cpl. Artur Shvartsberg
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    Die Administration des US-Präsidenten Donald Trump „prüft aktiv“ einen Plan zur Übergabe eines Großteils der Aktivitäten des Landes in Afghanistan an private Auftragnehmer. Dies teilte der Begründer des privaten Sicherheits- und Militärunternehmens Blackwater, Erik Prince, der jetzt eine neue Strategie ausarbeitet, der Zeitung „USA Today“ mit.

    Laut dem Gesprächspartner der Zeitung sollen dieser Initiative zufolge 5.500 private Auftragnehmer – vor allem ehemalige Mitarbeiter von Sondereinheiten – das afghanische Militär beraten. Wie  Prince ferner sagte, sehe der Plan auch die Aufstellung einer aus 90 Flugzeugen bestehenden privaten Luftflotte vor.

    Wie „USA Today“ erläutert, befinden sich auf afghanischem Territorium gegenwärtig 8.400 amerikanische Militärangehörige. Sie alle seien dort mit der Ausbildung und „Führung“ der einheimischen Militärs beschäftigt, ohne dabei eine „direkte Rolle im Kampf“ zu spielen. In diesem Zusammenhang könnten sie alle, so der Gesprächspartner des Blatts, künftig allmählich von Auftragnehmern abgelöst werden.

    Wie Erik Prince der Zeitung erläuterte, würde ein solcher Plan die US-Behörden mindestens 10 Milliarden Dollar pro Jahr kosten, also bedeutend weniger als das Pentagon für dieses Jahr für den Afghanistan-Einsatz geplant habe  (mehr als 40 Milliarden Dollar).

    Die privaten Berater sollen laut dem Blackwater-Begründer gemäß der neuen Strategie unmittelbar mit den afghanischen Kampfbataillonen arbeiten, die Luftflotte soll für die Evakuierung von Verletzten und die Truppenverlegung eingesetzt werden. Die Berater sollen „Helfer“ des afghanischen Militärs sein und auch die afghanische Militäruniform tragen.

    Wie Prince ferner erläuterte, sind die Truppen der US-geführten Koalition gegenwärtig hauptsächlich im Hauptquartier untergebracht und nicht in die Militäreinheiten vor Ort integriert. Nach dem neuen Plan sollen die Auftragnehmer mit den mehr als 90 afghanischen Kampfbataillonen im ganzen Lande vereinigt werden.

    Eine derartige Strategie weckt laut der Zeitung bei Trumps Berater für nationale Sicherheit, dem General Herbert McMaster, sowie bei Verteidigungsminister James Mattis „ernsthafte Besorgnis“. Andere  Amtspersonen des Weißen Hauses, solche wie der Chefstratege der Administration des amerikanischen Staatschefs, Steve Bannon, unterstützen laut „USA Today“ die Idee, in Afghanistan private Auftragnehmer mit heranzuziehen. Allerdings soll es das Weiße Haus abgelehnt haben, die neue Strategie offiziell zu kommentieren.

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    Tags:
    Wechsel, Strategie, Privatsphäre, Truppen, Verluste, Blackwater, Zeitung "USA Today", Steve Bannon, Donald Trump, Afghanistan, USA