19:08 02 April 2020
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    Die Wege, über die die Finanzierung der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) im irakischen Mossul erfolgte, sind laut einer örtlichen Quelle sehr kompliziert und verwirrend. In einem Gespräch mit Sputnik nannte sie drei wichtige Mittel dafür.

    Erstens über Strohfirmen in Bagdad, von wo aus die Gelder auf ein Konto in der Stadt Zakhu in der Autonomen Region Kurdistan im Irak, dann nach Erbil (Hauptstadt Kurdistans) und dann in die Türkei und danach wieder nach Erbil und erst dann nach Mossul gelangten.    

    Zweitens über die türkische Stadt Gaziantep. Laut der Quelle stehen alle Bankvertretungen in dieser Stadt in Verbindung mit den Terroristen.

    Das Schema selbst soll folgendermaßen funktioniert haben: Ein Agent für Geldüberweisungen kommt in eine Bankabteilung, die für Geldüberweisungen  zuständig ist, und sagt: „Ich gebe Geld an einen Mann zurück.“ Dieser Satz soll als Parole für Geldüberweisungen nach Mossul gedient haben.    

    Ein Beamter habe  das Geld genommen und es an den Besitzer überwiesen. Dann sei das Geld an den Endempfänger aus Daesh geschickt worden.

    Als dritte Methode erwähnte die Quelle Geldüberweisungen über Erbil, von wo aus die Gelder nach Bagdad, dann wieder zurück nach Erbil, dann ins türkische Gaziantep, dann nach Zakhu, von dort erneut nach Erbil und erst dann nach Mossul gelangt seien.

    Wie die Quelle ausführte, funktionierten alle diese drei Mittel gleichzeitig und ununterbrochen.  

    Allein an einem Tag konnten über diese Kanäle bis zu drei Millionen US-Dollar (zirka 2,5 Millionen Euro) überwiesen werden.  Einmal seien Geldoperationen in Höhe von zwölf Millionen US-Dollar (zirka zehn Millionen Euro) registriert worden, die in drei Tagen ihren Empfänger erreicht hätten.

    Zugleich sagte die Quelle, dass der Geldstrom Ende 2016 – Anfang 2017 deutlich zurückgegangen sei – auf 80.000 bis 100.000 US-Dollar täglich.

    Im Vergleich zu anderen Jahren seien dies kleine Geldmengen. Bis zur Befreiung von Mossul von den Terroristen seien diese Geldströme regelmäßig gewesen.  Der Großteil dieser Gelder soll Zahlungen für das von den Extremisten verkaufte Öl und andere Schätze des Irak gewesen sein.

    Mossul war die erste Großstadt, die dem IS gleich am Anfang seines rasanten Aufstiegs in die Hände fiel. Während der drei Jahre unter der IS-Herrschaft hat der „Islamische Staat“ dort staatsähnliche Strukturen aufgebaut, mit denen er die eigene Interpretation des Scharia-Gesetzes mit brutalen Mitteln durchzusetzen versuchte. Im Juli 2017 konnte Mossul schließlich durch die irakische Armee mit Unterstützung verbündeter Verbände wieder befreit werden.

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    Tags:
    Geldüberweisungen, Finanzierung, Terroristen, Terrormiliz Daesh, Irak