20:53 17 Oktober 2017
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    PARTEI-Plakate der Reihe „Politik zum Anfassen“

    Mit 3D-Penis in den Wahlkampf: Neue PARTEI-Plakate der Reihe „Politik zum Anfassen“

    © Foto: Johnny Kiele
    Politik
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    Die PARTEI revolutioniert Wahlplakate mit ihrem Projekt „Politik zum Anfassen“, indem sie diese nun dreidimensional gestaltet. Der Penis ist hier das prominenteste Beispiel – es gibt aber auch Bierdosen, Geldscheine und weibliche Geschlechtsbehaarung an Plakaten. Hintergrund hierzu ist Martin Sonneborns Aufruf zu einem Sex-Wahlkampf 2017.

    Die Partei die PARTEI erregt derzeit Anstoß mit einer ganz neuen Art von Plakat im Wahlkampf. Die Transparente gehören zur Reihe „Politik zum Anfassen“, verlassen die sonst übliche Fläche und ragen in den Raum. Ein Plakat sticht dabei besonders hervor und erhitzt allerorten die Gemüter:

    Ein PARTEI-Plakat
    © Foto: Maria von Bolla
    Ein PARTEI-Plakat

    Jupp. Es ist das, wonach es aussieht. „Manche würden es Pimmel nennen, andere nennen es Phallus oder männliches Geschlechtsorgan. Andere sehen aber auch nur einen Pfeil da drin – das ist ganz unterschiedlich“, erklärt von Bolla ruhig gegenüber Spuntik. Vor zwei Wochen sei sie in einem Sexshop in der Schönhauser Allee bei einem Routineeinkauf auf „eine wunderschöne Penisbackform“ gestoßen und habe sich gedacht, dass das ausgezeichnet in das Politik-zum-Anfassen-Projekt passen würde.

    Nach längeren Beratungsrunden mit anderen PARTEI-Frauen habe man schließlich beschlossen, das Ding aus Hefeteig herzustellen und dann mit Latexfarbe zu überpinseln, um es wetterfest zu machen. Dann mussten die plastischen Formen nur noch auf Plakate montiert und in der Öffentlichkeit aufgehängt werden. Was am Samstag geschah.

    In mühevoller Handarbeit backten die PARTEI-Frauen ihr hervorstechendes Plakat
    © Foto: Anna Bauer
    In mühevoller Handarbeit backten die PARTEI-Frauen ihr hervorstechendes Plakat

    Und die Plakate sind heiß begehrt: Von insgesamt 70 am Samstag aufgehängten Plakaten fehlen von Bolla zufolge bereits mindestens zehn Stück. Vermutlich landen die Plakate als Trophäen an den Wänden irgendwelcher Berliner Wohnungen. Hoffentlich nur an den Wänden! Denn immerhin bestehen die Penisse aus Hefeteig. Die Direktkandidatin bemerkt dazu: „Man kann den Phallus prinzipiell essen, ich würde mir das aber bei dem Feinstaub an der Schönhauser Allee gut überlegen.“ Dann lacht sie und merkt an, dass da ja eine Gummischicht drum rum sei. Also müssten die Hefeteile darunter doch frisch sein.

    Aber welchen Hintergrund hat das Ganze eigentlich? „Unser Bundesvorsitzender und Abgeordneter im Europaparlament, der Herr Sonneborn, hat einen Sex-Wahlkampf ausgerufen“, erklärt von Bolla. Bei diesem Wahlkampf will sich die PARTEI auf das Niveau von Populisten herunterlassen, ja, es womöglich an Primitivität unterbieten. „Da passt das Plakat sehr gut rein“, so die PARTEI-Frau.

    Was hingegen die Plakate der anderen Parteien betrifft, kann von Bolla nur traurig den Kopf schütteln: „Die anderen geben sich gar keine Mühe mehr. Weder machen sie das selbst noch hängen sie das selbst auf. Zum Großteil ist das so bei den etablierten Spaßparteien: Die haben einfach zu viel Geld, wir nicht.“ Das Budget der der PARTEI für Pankow dagegen liege bei unter Tausend Euro und da muss man eben kreativ werden. Deswegen haben die Frauen aus der PARTEI die Plakate „selbst gebastelt in tage- und nächtelanger Arbeit“.

    Es ist übrigens nicht nur ein Phallus dabei herausgekommen. Insgesamt hat die PARTEI Plakate mit 50 unterschiedlichen Motiven aufgehängt. Ein paar davon hat Maria von Bolla freundlicherweise Sputnik zur Verfügung gestellt. Da gilt zunächst: Wo der Phallus ist, ist auch sein geschlechtliches Gegenstück nicht weit. Natürlich passend zum Zeitgeist mit Löwenmähne und blutiger Binde als Ausdruck der Selbstständigkeit:

    Ein PARTEI-Plakat
    © Foto: Maria von Bolla
    Ein PARTEI-Plakat

    Begleitend und auch als angenehme Dämpfung zu diesen ganzen Geschlechtsgeschichten gibt es natürlich auch ein anderes Mittel, das in seiner Massenwirksamkeit nicht unterschätzt werden darf. Bier nämlich:

    Ein PARTEI-Plakat
    © Foto: Maria von Bolla
    Ein PARTEI-Plakat

    Und was natürlich immer zieht, in allen Kulturen beliebt ist und den ganzen Spaß abrundet, ist natürlich Geld:

    Ein PARTEI-Plakat
    © Foto: Maria von Bolla
    Ein PARTEI-Plakat

    Vor einem Jahr hatte die PARTEI übrigens mit einer anderen Partei-Aktion von sich reden lassen. Damals hatte man Plakate mit der Aufschrift „Hier könnte ein Nazi hängen“ angebracht. Danach befragt, ob sich mit „Politik zum Anfassen“ die Stoßrichtung der Partei geändert habe, antwortet von Bolla: „Ich glaube, da hat sich gar nicht viel geändert. Ich kann aber sagen, dass die Anna Bauer, die das Nazi-hängen-Plakat mitgestaltet hat, mir freundlicherweise ihren Backofen zur Verfügung stellte und auch mich in puncto Hefeteig beraten hat, und dafür bin ich sehr dankbar.“

    Maria von Bolla, Direktkandidatin für Berlin-Pankow
    © Foto: Maria von Bolla
    Maria von Bolla, Direktkandidatin für Berlin-Pankow

    Das Interview mit Maria von Bolla in kompletter Länge zum Anhören:

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    Tags:
    Bundestagswahl, 3D-Drucker, Sex, Wahlkampf, Deutschland
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