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23:18 21 September 2019
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    Maiduguri nach Boko Haram Attack (Archivbild)

    Darum bevorzugt Boko Haram Frauen und Kinder als Selbstmordattentäter – Studie

    © AFP 2019 / STRINGER
    Politik
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    Die meisten Selbstmordattentäter der islamistischen terroristischen Gruppierung „Boko Haram“ sind Frauen und Kinder, schreibt CNN am Donnerstag unter Verweis auf eine Studie des US-Zentrums für Terrorismusbekämpfung (Combating Terrorism Center at West Point) und erklärt, warum sie als „wandernde Bomben“ Männern bevorzugt werden.

    Die Gruppierung steht hinter den meisten Anschlägen in Niger, Tschad, Kamerun und Nigeria, die gegen sie kämpfen. Die Terrorbewegung will in der Region die Scharia einführen sowie westliche Bildung verbieten.

    „Unseren Angaben nach hat Boko Haram vom 11. April 2011 bis zum 30. Juni 2017 insgesamt 434 Selbstmordattentäter zu 247 unterschiedlichen Zielen bei 238 Terrorattacken geschickt. Mindestens 56 Prozent dieser Selbstmordattentäter waren Frauen“, so die Studie. Mindestens 80 Attentäter seien als Kinder oder Jugendliche identifiziert worden.

    Dies ist die erste terroristische Gruppierung in der Geschichte, die für ihre Anschläge mehr Frauen als Männer einsetzt. Sie nutze für ihre Zwecke auch mehr Kinder als andere Terroristen, so Jason Warner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums.

    Laut den Autoren der Studie gibt es mehrere Gründe, warum Boko Haram sich für Frauen und Kinder als wandernde Bomben entscheidet. Sie würden bei Kontrollen seltener untersucht, denn sie seien weniger auffällig. Außerdem seien Frauen und Kinder in der Gefangenschaft bei Terroristen mehr durch Gewalt beeinflussbar und bei der Rekrutierung offener für Gehirnwäsche.

    Zuvor war berichtet worden, dass Boko Haram im April 2014 im Bezirk Tschibok (Nordosten Nigerias) 276 Schülerinnen aus einer Schule entführt hatte. Die Terroristen wollten sie gegen eigene festgenommene Mitglieder tauschen. Die Regierung des Landes lehnte dies aber ab. Im August 2016 hatte die Gruppierung ein Video veröffentlicht, auf dem nach ihren Angaben einige der entführten Mädchen zu sehen waren. Die anderen Schülerinnen seien angeblich bei Luftangriffen ums Leben gekommen.

    Laut CNN wurden seitdem durch Vermittlung des Internationalen Roten Kreuzes 20 Mädchen befreit. Den anderen sei es gelungen selbstständig aus der Gefangenschaft zu fliehen. Damals waren 195 Schülerinnen vermisst. Im Mai dieses Jahres teilten die Behörden Nigerias mit, dass 82 Mädchen gegen festgenommene Boko-Haram-Kämpfer ausgetauscht worden seien.

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    Tags:
    Kidnapping, Selbstmordattentäter, Entführung, Kinder, Frauen, Boko Haram, Tschad, Niger, Kamerun, Nigeria