14:26 18 August 2017
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    US-Zerstörer John McCain (Archiv)

    Provokationen im Südchinesischen Meer: US-Zerstörer fährt in umstrittenen Gewässern

    © AFP 2017/ FELIX GARZA / US NAVY
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    Der amerikanische Zerstörer „John McCain“ hat umstrittene Hoheitsgewässer in der Nähe einer künstlichen chinesischen Insel durchquert, berichtet Reuters.

    Der Zwischenfall ereignete sich in den Gewässern um das Mischief-Riff bei den Spratly-Inseln – einer Kette kleinerer Inseln und Felsformationen, die China, die Philippinen, Vietnam und Malaysia jeweils für sich beanspruchen. Der Zerstörer näherte sich bis auf etwa 22 Kilometer.

    Das Pentagon erklärte, die Operation wurde im Rahmen der Strategie „Freiheit der Schifffahrt“ durchgeführt, bei der amerikanische Kriegsschiffe regelmäßig umstrittene Gewässer im Südchinesischen Meer durchqueren. So solle Peking demonstriert werden, dass die USA die chinesischen Ambitionen auf die Gewässer rund um die künstlichen Inseln nicht anerkennen.

    China hatte im Jahr 2014 angefangen, künstliche Inseln in umstrittenen Gewässern aufzuschütten, um so seinen Anspruch darauf mit „harten Tatsachen“ zu verfestigen. Die Gewässer werden außerdem von Taiwan, den Philippinen, Vietnam, Malaysia und Brunei beansprucht.

    Die Gewässer und die Inseln haben dabei sowohl wirtschaftliche als auch strategische Bedeutung. Rund um die Spratly-Inseln werden umfangreiche Öl- und Gasvorkommen vermutet. Zudem könnten militärische Außenposten auf diesen Inseln die militärisch-strategische Position für das jeweilige Land erheblich verbessern. Vor allem moderne Luftverteidigungssysteme, die Peking auf den Inseln offen plant, könnten im Konfliktfall das gesamte Südchinesische Meer de facto zu einer No-Fly-Zone machen.

    Donald Trumps Amtsvorgänger Barack Obama wurde in diesem Zusammenhang regelmäßig vorgeworfen, Konflikten in den für Peking so wichtigen Gewässern aus dem Weg gegangen zu sein. Er habe so zugelassen, dass China seine Territorialansprüche unbehelligt verfestigen konnte. Trump versucht nun mit einer härteren Gangart in der Region wieder eine bessere Stellung zu beziehen.

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    Tags:
    Territorialstreit, Barack Obama, Donald Trump, Südchinesisches Meer, China, USA
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