20:33 22 August 2017
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    Österreichs Außenminister Sebastian Kurz während Migration-Konferenz (Archivbild)

    Solche Politiker werden von Jungwählern bevorzugt

    © AP Photo/ Alessandra Tarantino
    Politik
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    Bei vielen Jungwählern ist die körperliche Attraktivität von Politikern ein entscheidendes Kriterium. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „tfactory“ im Vorfeld der Wahlen in Österreich, berichtet „Focus Online“.

    „Jungwähler bewerten Politik anhand ästhetischer Kategorien. Sie sind sehr stark Augenmenschen und wollen Erkenntnisse durch bildliche Wahrnehmung gewinnen“, sagte der Leiter des Instituts, der österreichische Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier gegenüber dpa.

    Jungwähler beurteilen dem Forscher zufolge immer das, was oberflächlich wahrnehmbar ist. Politische Programme seien ihnen weniger wichtig. Ein neuer Idealtypus sei ein so genannter „Slim-Fit-Warrior“. In Österreich verkörperten die fit aussehenden Spitzenkandidaten Christian Kern (SPÖ) und Sebastian Kurz (ÖVP) diesen Typus.

    „Man muss in den Konflikt mit den Modernisierungsverhinderern in der eigenen Partei treten“, ist sich Heinzlmaier sicher. Das verschaffe einem Politiker die Glaubwürdigkeit, dass er oder sie etwas verändern könne.

    Genau aus diesem Grund sieht der Forscher die Wahl von Martin Schulz zum SPD-Chef im März sehr kritisch. „Wenn man wie Martin Schulz 100 Prozent bekommt, ist das im Prinzip schon der Untergang“, so Heinzlmaier.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel sei hier aber eine Ausnahme. Sie sei die „Mutter der Nation“ und habe als solche nichts zu fürchten, so der österreichische Forscher. „Mütter müssen nicht schön sein, damit sie geliebt werden.“

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    Tags:
    Programm, Jugendliche, Politiker, Konflikt, Politik, Wahlen, Umfrage, Martin Schulz, Angela Merkel, Österreich
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