04:14 18 Oktober 2017
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    Nordkoreanischer Staatschef Kim Jong-un

    Moskauer Sicherheitspolitiker: Neuer Korea-Krieg ist vorhersehbar

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    Politik
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    „Einen Tanz am Rande des Abgrunds“ nannte der russische Politiker Alexej Puschkow den Konflikt zwischen den USA und Nordkorea. Als Folge schließt er einen Krieg auf der Koreanischen Halbinsel nicht aus. Eine positive Entwicklung sieht Puschkow in den Verhandlungen und Sicherheitsgarantien für Nordkorea.

    „Das positive Szenario besteht darin, dass Pjöngjang und die USA Verhandlungen zustimmen. Heute scheint aber das negative Szenario leider wahrscheinlicher zu sein. Die Spannung wird ansteigen und gegenseitige Drohungen werden zunehmen. Ich glaube nicht, dass Nordkorea den ersten Schlag gegen die US-Militärbasis versetzen wird, denn das wäre eine Kriegserklärung. Aber ich denke, dass es sich um eine Antwort auf die US-Sanktionen handelt: Nordkorea zeigt, dass es keine Angst hat und bereit ist, zu kämpfen“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Informationspolitik des russischen Föderationsrates.

    Puschkow verurteilt die Aufrufe von US-Senator John McCain, Militärangriffe auf Nordkorea zu verüben. Das werde einen Gegenschlag seitens Pjöngjangs und einen Krieg auf der Koreanischen Halbinsel zur Folge haben, so Puschkow. Er bezog sich auf russische Diplomaten, die gewarnt hatten, dass die Sanktionen gegen Nordkorea nutzlos seien. Die Sanktionen müssten mit einer Lösung des Problems kombiniert werden und das sei nur im Rahmen der Verhandlungen möglich.

    „Trump kann natürlich mit Feuer und Wut drohen, aber er hat bislang keine diplomatische Lösung vorgeschlagen. Er setzt nur auf militärischen Druck, auf Drohungen und wirtschaftliche Sanktionen. Ich glaube, dass all dies unzureichend ist.“

    Russland müsse laut Puschkow in dieser Situation auf einer Wiederaufnahme der Verhandlungen bestehen. Das wäre sowohl für Südkorea, als auch für Japan und China günstig. Niemand brauche einen Krieg auf der Koreanischen Halbinsel. Auch die USA bräuchten ihn nicht – sie hätten nämlich den Krieg im Irak, den Krieg gegen den IS sowie den Krieg in Afghanistan noch nicht beendet.

    „Der Austausch von Drohungen ist sehr gefährlich. Denn es kann auf einmal bei den Amerikanern die Verführung entstehen, wirklich zuzuschlagen. Dann wird es schwer sein, irgendetwas vorauszusagen, aber dass es auf der koreanischen Halbinsel einen ernsthaften Krieg geben wird, lässt sich schon jetzt ziemlich sicher vorhersagen.“ Daher seien Verhandlungen nötig, betont der Politiker.

    „Amerika sagt, dass die Zeit der Verhandlungen vorbei ist, und dass Pjöngjang keine Garantien bekommen wird. Die Vereinigten Staaten haben aber 30.000 Soldaten im Süden der Halbinsel und stationieren dort Raketenabwehrsysteme. Wieso sollte sich Pjöngjang nicht bedroht fühlen?“

    Puschkow verweist zudem darauf, dass nach dem letzten Krieg auf der Koreanischen Halbinsel in den 50-er Jahren des 19.Jahrhunderts Nordkorea und die USA nun offiziell militärische Gegner seien. Ohne Garantien werde Nordkorea seine jetzigen Handlungen fortsetzen, was einen Krieg auf der Koreanischen Halbinsel auslösen werde.

    Donald Trump hat Pjöngjang mit „Feuer und Wut“ gedroht.  Pjöngjang erwägt seinerseits die Möglichkeit eines Raketenangriffs auf die US-amerikanische Militärbasis auf der Insel Guam. Das US-Verteidigungsministerium hat einen Plan zur Versetzung von Präventivschlägen gegen nordkoreanische Raketenstartplätze vorbereitet, sollte Donald Trump einen entsprechenden Erlass verabschieden. Dies berichtet der Fernsehsender NBC unter Berufung auf US-Militärs.

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    Tags:
    US-Raketenabwehrsystem, Eskalation, Wahrscheinlichkeit, Krieg, Alexej Puschkow, John McCain, Donald Trump, Nordkorea, USA