17:38 23 November 2017
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    Atomkrieg von deutschem Boden? Aktivisten warnen vor US-Airbase Ramstein

    CC0 / United States Department of Energy
    Politik
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    Es läuft etwas schief in dieser Welt und deshalb ist es Zeit zu handeln - dieser Überzeugung sind die Macher der Kampagne "Stopp Air Base Ramstein". Der Aktivist Reiner Braun erklärt, in Zeiten, in denen sich die USA und Nordkorea einem Atomkrieg nähern, sei die Schließung der US-Airbase dringender denn je. Denn Deutschland wäre direkt involviert.

    Immer mehr Menschen in Deutschland ist die US-Airbase Ramstein ein großer Dorn im Auge. Angesichts der Atomwaffendrohungen von US-Präsident Donald Trump auf der einen Seite und dem nordkoreanischem Militär auf der anderen Seite wachsen die Sorgen auch hierzulande massiv. Völlig zu Recht, sagt der Journalist, Historiker und Aktivist Reiner Braun:

    „Die amerikanischen Atomwaffen, die in Europa stationiert sind, werden in einem Kriegs- und Krisenfall von Ramstein aus in ihre Ziele geleitet, bzw. die Piloten erhalten von dort aus ihre Befehle. Von daher ist Ramstein auch die Einsatzzentrale für einen Atomkrieg.“

    Außerdem gebe es laut Reiner Braun keinen US-Drohneneinsatz auf dieser Erde, der nicht über die Airbase Ramstein und ihre dortige Relaisstation ins Ziel gelenkt werde. Drohneneinsätze sind höchst umstritten und gelten unter vielen Experten als  völkerrechtswidrig. Deshalb ist der Appell von Reiner Braun in Richtung Politik klar formuliert:

    „Es gibt ein Stationierungsabkommen für alle US-Basen in Deutschland. Dieses Abkommen enthält sogar die Passage „die Stationierung von US-Truppen darf nicht gegen das deutsche Grundgesetz verstoßen“. Von deutschem Boden darf kein Krieg ausgehen, das steht im Grundgesetz. Deshalb muss dieses Abkommen gekündigt werden.“

    Die Kampagne „Stopp Air Base Ramstein“ will die Airbase deshalb gerade jetzt wieder in den Fokus der Öffentlichkeit lenken. Im September ist aus diesem Grund noch vor der Bundestagswahl ein großes Festival nahe der Airbase geplant, so Mitorganisator Reiner Braun:

    „Wir haben einen internationalen Kongress zu Militärbasen, wir haben eine Menschenkette um die Airbase herum und wir veranstalten erstmalig ein großes Friedensfestival mit bekannten Künstlerinnen und Künstlern. Damit wollen wir deutlich machen: Die gesellschaftliche Ablehnung dieser Kriegszentrale nimmt zu.“

    Dieses Signal soll am Wochenende von 7. bis zum 9. September von dem Festival ausgehen. Mit dabei sind Künstler wie Patrice, Dieter Hallervorden, Leslie Clio oder Microphone Mafia. Außerdem gibt es Vorträge von angesehenen Experten wie Eugen Drewermann und Daniele Ganser. Und auch für An- und Abreise interessierter Besucher ist gesorgt, erklärt Braun:

    „Wir haben deutschlandweit insgesamt 15 Orte, von denen aus Busse starten. Alle diese Orte kann man auf unserer Webseite www.ramstein-kampagne.eu einsehen und auch die jeweiligen Kontaktpersonen.“      

    Eine Crowdfunding-Kampagne soll außerdem helfen, das Festival zu finanzieren. Denn auch wenn hunderte von freiwilligen Helfern ehrenamtlich arbeiten und die Künstler ohne Gage auftreten, die Organisation ist nicht billig. Das Projekt hat auf www.startnext.com/friedensfestival bereits über die Hälfte der nötigen Einnahmen erreicht. Bis zum 20. August müssen für eine Finanzierung 10.000 Euro erreicht werden.

    Marcel Joppa

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Luftstützpunkt, Marcel Joppa, Deutschland, USA
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