08:03 20 August 2017
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    Südkorea und USA üben Landung in Nordkorea (Symbolbild)

    Experte: Barsche Rhetorik zwischen USA und KDVR dürfte in Verhandlungen übergehen

    © Foto: (U.S. Marine / Michael Schellenbach
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    Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Nordkorea zeugen möglicherweise davon, dass der verbale Schlagabtausch in nächster Zeit stoppt und die Seiten zuerst geheime und dann öffentliche Gespräche aufnehmen. Diese Ansicht vertrat Georgi Toloraja vom Wirtschaftsinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften.

    „Alle sind sich darüber im Klaren, dass dies (Rhetorik) ausschließlich ein Mittel psychologischen Drucks ist und keine realen Handlungen nach sich ziehen wird“, sagte der Experte, der die Abteilung Ostasien im Zentrums für postsowjetische Studien leitet. „Zudem haben die Nordkoreaner gar keine Absicht, Guam anzugreifen. Wozu denn? Um sofort vernichtet zu werden?“

    Pjöngjang instrumentalisiere die öffentliche Meinung, darunter auch in den USA, damit die Amerikaner Nordkorea letztendlich als einen gleichberechtigten Partner anerkennen.– „Nicht als ein kleines armes Land am andern Ende der Welt, sondern als ein Land, das nukleare Parität mit Amerika hat und mit ihm auf der Basis der gegenseitigen Abschreckung wie seinerzeit die Sowjetunion koexistiert“.

    „So sind die Pläne der Nordkoreaner. Auf dieser Grundlage wollen sie günstigere Bedingungen aushandeln. Bald dürfte sich diese verbale Polemik zu 99 Prozent legen.“ Eine solche Wende ist dem Experten zufolge in einigen Monaten denkbar.

    Die Zahl der möglichen Varianten der weiteren Entwicklung um Nordkorea habe sich jetzt auf zwei verringert. Zuvor seien drei Varianten geprüft worden: Krieg, Verhandlungen oder Abwarten, bis Nordkorea selbst zerfällt. Für die letzte Variante habe der damalige Präsident Barack Obama plädiert.

    Toloraja zufolge hatte diese „strategische Geduld“ zur Folge, dass die Nordkoreaner ungestört ein nukleares und raketentechnisches Abschreckungspotential geschaffen hatten. „Jetzt liegt es klar auf der Hand, dass dieser Weg in eine Sackgasse geführt hat. Mit seiner ausufernden Rhetorik versucht Pjöngjang, bessere Positionen für die bevorstehenden Verhandlungen zu erpressen“, betonte der Experte.

     

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    Tags:
    Meinung, Verhandlungen, Rhetorik, Georgi Toloraja, USA, Nordkorea
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