21:59 18 August 2017
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    Sowjetisches Ehrenmal in Warschau, Polen

    Polen will die Geschichte umschreiben – russische Staatsduma

    © AP Photo/ Czarek Sokolowski
    Politik
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    Laut dem Leiter des Auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Leonid Sluzki, sind die Beschuldigungen seitens des polnischen Außenministers Witold Waszczykowski, dass die Sowjetunion mit Deutschland für die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges verantwortlich ist, ein neuer Versuch, die Geschichte umzuschreiben.

    Zuvor hatte Waszczykowski in einem Interview für das polnische Onlineportal Wpolityce erklärt, die Sowjetunion trage ebenso wie Deutschland die Verantwortung für die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. So kommentierte er die Erklärung des russischen Botschafters in Polen, Sergej Andrejew, dass Polen die Denkmäler für sowjetische Soldaten behalten soll.

    „Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski hat in seinem Bestreben, das staatliche Sakrileg und die Schändung des Gedenkens an die Kämpfer gegen den Faschismus zu rechtfertigen, einen extremen Grad des politischen Zynismus und der historischen Unkenntnis erreicht. Die Beschuldigungen, dass die Sowjetunion ebenso wie Deutschland den Zweiten Weltkrieg entfesselt hatte, sind ein neuer ruchloser Versuch, die Gesichte umzuschreiben, was die polnischen Politiker heute sehr oft tun“, sagte Sluzki am Samstag gegenüber Journalisten.

    Er betonte, der Beitrag des sowjetischen Volkes zum Sieg über den Faschismus und zur Befreiung Europas, unter anderem Polens, könnte und sollte nicht angezweifelt werden. „Solche Handlungen und Erklärungen sind empörend und gefährlich, denn sie ermutigen offenbar Revanchisten, die geistige Nachfolger der Nazis sind“, so der Abgeordnete.

    Sluzki merkte an, die Staatsduma hätte bereits das polnische Gesetz verurteilt, laut dem in Polen Denkmäler für sowjetische Soldaten abgerissen werden sollen.

    „Die israelische Knesset war mit uns solidarisch. Hoffentlich werden sich auch die Parlamente der europäischen Länder unserer Position anschließen und die Verhöhnung unseres gemeinsamen historischen Gedächtnisses nicht zulassen“, so Sluzki.

    Zuvor hatte der polnische Präsident Andrzej Duda Änderungen am Gesetz zum Verbot der „Kommunismus-Propaganda“ unterzeichnet. Demnach sollen in Polen etwa 500 Denkmäler, die den „Kommunismus rühmen“, abgerissen werden.

    Die Parlamente Russlands und Israels vereinbarten beim Moskau-Besuch des Knesset-Vorsitzenden, Juli-Joel Edelstein, gemeinsam gegen die Änderungen am polnischen Gesetz aufzutreten. Die israelischen Abgeordneten erklärten daraufhin, dass die Schändung von Denkmälern für Holocaust-Opfer und die Soldaten der Roten Armee, die Europa vom Faschismus befreit hätten, von jedem Land der Welt verurteilt werden sollte.

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    Tags:
    Abriss, Denkmäler, Der Zweite Weltkrieg, Staatsduma, Witold Waszczykowski, Leonid Sluzki, UdSSR, Russland, Polen
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