11:55 18 Dezember 2017
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    Türkische Truppen an der Grenze zu Syrien (Archivbild)

    Ende des „Kalifats“ wird Krieg um Teilung Syriens einleiten

    © AFP 2017/ Bulent Kilic
    Politik
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    Die syrischen Regierungstruppen haben nach einer massiven Offensive die Stadt As-Suchna im Osten der Provinz Homs zurückerobert. Die Kämpfe um die Städte Rakka und Deir ez-Zor dauern an, schreibt die Moskauer Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta".

    Ankara stationiert seine Truppen an der syrischen Grenze und bereitet eine neue Invasion auf das Territorium des südlichen Nachbarn vor. Die Volkswehr der syrischen Kurden will Pläne der Türkei mit der Waffe in der Hand zum Scheitern bringen. Teheran ist über Aktivitäten von US-Geheimdiensten im Grenzraum des iranischen Kurdistan besorgt. Westliche Experten weisen darauf hin, dass ein bewaffneter Zusammenstoß der USA und Russlands im Nahen Osten immer wahrscheinlicher wird.

    Über die Befreiung von As-Suchna berichtete der TV-Sender Al Jazeera unter Berufung auf die syrische Nachrichtenagentur SANA. As-Suchna liegt rund 124 Kilometer von Deir ez-Zor und etwa 50 Kilometer von der östlichen administrativen Grenze der Provinz Homs.

    Kräfte der Freien Syrischen Armee führen erbitterte Kämpfe gegen Formationen des „Kalifats“ in Deir ez-Zor. Die Armeefliegerkräfte und die russische Luftwaffe fliegen Raketen- und Bombenangriffe auf Positionen und Objekte der militärischen Infrastruktur der Terrormiliz Daesh (Islamischer Staat). Parallel werden Positionen des Daesh von der US-geführten Koalition angegriffen. Ihre Bomben fliegen auf Objekte unmittelbar in der Stadt, es gibt zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung.

    Zuvor hatte die britische Zeitung „Guardian“ einen Beitrag veröffentlicht, der eine pessimistische Expertenprognose enthält: „Der Kampf um den Einfluss in Syrien zwischen Washington und Moskau nach Beendigung des Krieges in diesem Land erhöht die Wahrscheinlichkeit einer direkten Konfrontation zwischen Russland und den USA, die von einem zufälligen Zwischenfall ausgelöst werden könnte (…) Ein einziger Fehler würde zu einem direkten Zusammenstoß führen.“ Wann das passiere, sei nur die Frage der Zeit.

    Washington hat keine Pläne, Syrien zu verlassen, ohne die abgesteckten Ziele erreicht zu haben. Ansonsten wird der Einfluss der USA im Nahen Osten infrage gestellt. Mit einem solchen Finale des jahrelangen Konflikts wird Amerika sich nie zufriedengeben. Das Pentagon und die US-Geheimdienste, die sich von der sogenannten moderaten arabischen Opposition enttäuscht fühlt, setzt jetzt auf Kurden, die entschlossen und energisch handeln können.

    Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist nicht begeistert über die entstandene Lage. Die Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates als Nachbar Ankaras würde Erdogans Plänen zuwiderlaufen.

    „Wir sind fest entschlossen, den Terrorismus in Syrien auszumerzen und die Operation ‚Schutzschild Euphrat‘ auf andere Regionen auszudehnen. In nächster Zeit werden wir entsprechende Schritte unternehmen“, verkündete Erdogan.

    Zwischen der Türkei und den USA hat sich offenkundig ein unlösbarer Interessenkonflikt abgezeichnet. Allem Anschein nach will Washington keine entgegenkommenden Schritte in Richtung des NATO-Verbündeten Ankara unternehmen. Seinerseits plant die Türkei, das Kurdenproblem mit harten Gewaltmethoden beizulegen. Das würde aber eine neue Kriegsspirale bedeuten.

     

    Tags:
    Teilung, Krieg, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Iran, Syrien, USA, Russland
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