16:56 19 November 2019
SNA Radio
    Test der nordkoreanischen ballistischen Raketen (Archivbild)

    NYT: Ukrainischer Konzern soll hinter Erfolg von Nordkoreas Raketenprogramm stecken

    © AP Photo / Korean Central News Agency/Korea News Service
    Politik
    Zum Kurzlink
    271009
    Abonnieren

    Plötzlich hat Nordkorea eine Interkontinentalrakete, die das Kernland der USA treffen könnte. Dieser Erfolg kommt möglicherweise daher, dass die Ukraine passende Triebwerke für die Raketen geliefert hat. Dies schreibt am Montag die Zeitung „The New York Times“ (NYT) unter Berufung auf Experten und Geheimdienste.

    Nordkorea habe für seine ballistischen Raketen Triebwerke aus ukrainischer Fertigung auf dem Schwarzmarkt erwerben können, schreibt die New Yorker Zeitung. Hergestellt wurden die Triebwerke demnach angeblich beim Raketenbauer Yuzhmash. Dieser mache nach dem Maidan-Umsturz schwierige Zeiten durch und komme deshalb als möglicher Triebwerkslieferant in Betracht.

    Die Zeitung beruft sich auf vertrauliche Einschätzungen von Geheimdiensten und eine Analyse vom International Institute for Strategic Studies (IISS), einer britischen Denkfabrik. Die Experten hätten Fotos analysiert, auf denen der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un neue Raketentriebwerke inspiziere.

    Deren fachkundige Meinung: Die Triebwerke erinnerten an ehemalige Sowjettriebwerke, die derzeit nur zu einigen wenigen Firmen der ehemaligen Sowjetunion „Bezug haben könnten“. Yuzhmash aus dem ukrainischen Dnepropetrowsk sei „die wahrscheinlichste Herkunftsquelle“ für die Triebwerke jener ballistischen Interkontinentalraketen, deren Erprobung Pjöngjang im vergangenen Juli verkündet habe.

    Wer genau die Raketentechnik und das entsprechende Know-how an die Nordkoreaner geliefert habe, sei jedoch unklar, schreibt die Zeitung. „Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die Triebwerke aus der Ukraine geliefert wurden – möglicherweise illegal“, erklärte Michael Elleman vom IISS laut dem Blatt. Wie viele Triebwerke es waren und ob die Ukrainer weiterhin beim nordkoreanischen Programm helfen, sei „die große Frage“, so der IISS-Fachmann. Er sei sehr besorgt, fügte er hinzu.

    Der UN-Sicherheitsrat hatte Anfang August auf Vorschlag der Vereinigten Staaten eine Resolution verabschiedet, die eine Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea vorsieht. Die Einhaltung der Sanktionen soll die Währungseinnahmen Pjöngjangs – derzeit sind es drei Milliarden US-Dollar pro Jahr – US-Berechnungen zufolge um ein Drittel reduzieren. Den Verzicht auf einen Regimewechsel in Nordkorea in derselben Resolution festzuschreiben, haben die Vereinigten Staaten indes abgelehnt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Elon Musk: Es ist gefährlicher als Nordkorea
    Nordkorea-Krise: Was macht Russland im Kriegsfall?
    Trump zu Macron: USA zu Lösung der Nordkorea-Krise bereit
    Tags:
    Entwicklung, Schwarzmarkt, Atomprogramm, International Institute for Strategic Studies, IISS, Nordkorea, Ukraine