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13:47 19 August 2019
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    US-Soldaten uin Afghanistan

    Politologe analysiert Bereitschaft Washingtons zu US-Truppenabzug aus Afghanistan

    © AP Photo / U.S. Marine Corps/Sgt. Justin Updegraff
    Politik
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    Trotz der erfolglosen Militärkampagne der amerikanischen Armee in Afghanistan wollen die USA das Land nicht verlassen. Über die Gründe dafür hat der afghanische Politologe Akhtar Shakh Hamdard im Gespräch mit Sputnik gesprochen.

    „In der nächsten Zeit werden die USA Afghanistan nicht verlassen. Sie haben hier langjährige strategische Pläne und bereits ihre Militärstützpunkte aufgebaut. Die USA haben große Geldsummen in diese Region investiert, wo sich ihre Gegner (Russland und China) befinden, die über Afghanistan den USA erheblichen Schaden zufügen können“, so der Experte.

    Er verwies darauf, dass die USA Mittelasien aufgrund der vielen Bodenschätze zu ihrer Interessenszone erklärt hätten. „Man muss sagen, dass der Iran große Öl- und Gasvorräte hat, was auch für Washington von strategischer Bedeutung ist. Der kürzeste Weg von den USA zum Iran liegt durch Afghanistan“, erläuterte der Politologe.

    Aus diesen Gründen würden die USA in der nächsten Zeit Afghanistan nicht verlassen. „Die Gespräche zu diesem Thema sind ein gewöhnliches politisches Spiel der USA. Außerdem haben die USA einen Vertrag mit der afghanischen Regierung geschlossen, weshalb deren Präsenz in diesem Land ganz legitim ist. Die USA geben 20 bis 25 Milliarden US-Dollar für Afghanistan aus. Für ein Land, dessen Militärhaushalt 600 Milliarden US-Dollar beträgt, sind das reine Kleinigkeiten“, so der afghanische Politologe weiter. Das einzige, worum sich Washington in Afghanistan kümmere, seien die Kräfteverluste, die zu Protesten innerhalb ihres Landes führen könnten.

    In Bezug darauf, ob die Tätigkeit der Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) und der Taliban-Bewegung in der Region zum Abzug der US-Truppen führen könnte, sagte der Experte:

    „Die Terrormiliz Daesh ist ein Projekt der USA, Großbritanniens und Israels. Laut ihren Plänen hätte sie über den Iran und Afghanistan Mittelasien erobern und Russland gefährden sollen. Ihre Kämpfer sollten das schiitische Regime im Iran bekämpfen, den Kaukasus erobern, und über Afghanistan auch Mittelasien. Der erfolgreiche Militäreinsatz Russlands in Syrien hat die Eroberungspläne vereitelt.“

    Abschließend sagte er: „Ich bin der Meinung, dass die Daesh-Tätigkeit kaum zum Abzug der US-Truppen aus Afghanistan führt.“

    Zuvor hatte der russische Sonderbeauftrage für Afghanistan, Samir Kabulow, erklärt, dass die Militärkampagne der US-Armee in Afghanistan erfolglos gewesen sei, und den Abzug des Militärs gefordert.

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    Verluste, Geld, Abzug, Truppen, Terrormiliz Daesh, Afghanistan, USA