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05:27 22 August 2019
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    US-Soldaten in Afghanistan

    „Amerikaner in Afghanistan: Go home!“

    © REUTERS / Lucas Jackson
    Politik
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    Wie sollen die USA Afghanistan „verlassen“, um zu bleiben? Das Weiße Haus denkt anscheinend darüber nach, die Situation in die Hände privater Militärunternehmen zu geben. Wie Ilja Charlamow, Kommentator für Radio Sputnik, in seinem aktuellen Beitrag sagte, wird dies das afghanische Problem jedoch nicht lösen.

    Die Militärkampagne der US-Armee in Afghanistan ist laut dem russischen Sonderbeauftragten für Afghanistan, Samir Kabulow, erfolglos gewesen, weshalb das US-Militär das Land verlassen solle. Zudem verurteilte er einen möglichen Einsatz privater Militärunternehmen bei den Kampfhandlungen in Afghanistan. „Dies wird zu nichts Gutem führen: Die Söldner werden einfach fliehen. Sie rekrutieren diese gegen Geld in der ganzen Welt. Wie können sie denn gegen die Taliban kämpfen?“, so der Sonderbeauftragte.

    Damit äußerte der russische Diplomat Charlamow zufolge die Einstellung Russlands und auch anderer Länder zum afghanischen Problem. Was die Amerikaner angeht, befinden sie sich laut ihm in einer Pattsituation: Einerseits werfen Gegner ihren Schwäche vor; andererseits ist es zu teuer, sich dort aufzuhalten.

    Der russische Diplomat hat bei seiner Rede auf ein wichtiges Detail verwiesen: Das Weiße Haus „prüft aktiv“ einen Plan zur Übergabe eines Großteils der Aktivitäten des Landes in Afghanistan an private Auftragnehmer, die dem russischen Experten zufolge für Skandale und rechtswidrige Handlungen bekannt sind. Zudem soll Erik Prince, Gründer des Unternehmens Blackwater (jetzt: Academi, ein US-amerikanisches privates Sicherheits- und Militärunternehmen), seine Vorschläge zur Gewährleistung der Sicherheit in Afghanistan präsentiert haben. Laut lokalen Medien zeigt dieser Schritt das Streben der Administration von Donald Trump, eine neue Strategie im seit 16 Jahren andauernden Konflikt zu entwickeln. Wie Charlamow kommentierte, ist bisher trotzdem keine Strategie zu sehen.

    US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, dass die USA den Krieg in Afghanistan verlieren würden. Der republikanische US-Senator John McCain unterstützte diese Aussagen, wobei er mitteilte, dass er eine neue Afghanistan-Strategie entwickelt hätte. Das sei aber keine Strategie, sondern die Konstatierung von Tatsachen, betonte Charlamow:

    „Für eine Strategie könnte man beispielweise langfristige Pläne von Washington zur Gewinnung von natürlichen Ressourcen dieses Landes halten, über die einige Experten sprechen. Aber es gibt keine genauen Beweise für solche Pläne.“

    US-Soldaten uin Afghanistan
    © AP Photo / U.S. Marine Corps/Sgt. Justin Updegraff
    Gleichzeitig sei es ersichtlich, wozu die Politik Washingtons in der afghanischen Richtung geführt habe: Die Terrorgefahr bleibe weiterhin auf höchstem Niveau, die Drogenherstellung sei in den letzten 16 Jahren gestiegen und es gebe keine Anzeichen für friedliches Leben im Land. Der Experte betonte dabei, dass Washington viel Geld für den Wiederaufbau Afghanistans ausgegeben, es aber sinnlos vergeudet habe: für den Bau von Villen für Beamte und unterschiedliche Handelsobjekte, die nur einem engen Kreis an Menschen Gewinn gebracht hätten.

    „Es ist verständlich, dass Donald Trump nur kaum eine radikale Entscheidung zu Afghanistan treffen wird. Er sollte mögliche Folgen berücksichtigen“, so der Experte.

    „Es wird keinen Abzug geben. Und nicht nur aus innerpolitischen Gründen. Afghanistan ist aus geopolitischer Sicht ein für die USA wichtiger Ort auf der Karte. Dies bedeutet aber selbst für Afghanistan nichts Gutes“, betonte er.

    Kabul solle nicht darauf hoffen, dass die Amerikaner Afghanistan im bürgerlichen und wirtschaftlichen Sinne reanimieren, weil es für Washington schlichtweg nicht wichtig sei.

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    Tags:
    Krieg, Frieden, Geld, Entscheidung, Politik, Konflikt, Lösung, Strategie, Truppenabzug, Weißes Haus, Samir Kabulow, John McCain, Donald Trump, Russland, Afghanistan, USA