13:13 19 Juni 2019
SNA Radio
    Start der Trägerrakete Unha-3 am Nordkoreas Raketenstartplatz Tongchang-riNordkoreanische Fachleute beim Start der Trägerrakete Unha-3 im April 2012 am Raketenstartplatz Tongchang-ri

    Viele Wenig machen ein Viel: Ukraine hilft Nordkorea beim Bau ballistischer Raketen

    © AP Photo / KRT © AP Photo / Ng Han Guan
    1 / 2
    Politik
    Zum Kurzlink
    4737

    Die Erfolge Nordkoreas bei Tests interkontinentaler ballistischer Raketen resultieren nach Ansicht der „New York Times“ womöglich aus dem Kauf leistungsstarker Triebwerke ukrainischer Produktion auf dem Schwarzmarkt. Dem Militärexperten Alexej Leonkow zufolge liegt das US-Blatt dabei ziemlich richtig, berichtete die Agentur riafan.ru am Montag.

    Der US-Zeitung zufolge hatte Nordkorea in den vergangenen zwei Jahren einige Lieferanten von Raketentriebwerken gewechselt. Analysten, die Bilder einer Begutachtung neuer Raketentriebwerke durch Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un unter die Lupe genommen hatten, teilten unisono mit, dass ihre Konstruktion Triebwerken äußerst ähnlich ist, die seinerzeit in der Sowjetunion genutzt worden waren.

    Ukrainischer Präsident Petro Poroschenko besucht Yuzhmash-Werk, die unter Verdacht wegen Triebwerk-Lieferungen an Nordkorea steht (Archivbild)
    © REUTERS / Ukrainian Presidential Press Service/Pool/Mykhailo Markiv

    „Diese Version wurde bereits im vergangenen Jahr verbreitet. Dabei wiesen US-Geheimdienste darauf hin, dass sich die Ukraine am Raketenprogramm Nordkoreas legal und auch illegal beteiligt gewesen sein soll. Damals ging es um das Triebwerk RD-8, das an der zweiten Raketenstufe eingesetzt wurde. Zum ersten Mal wurden derartige Triebwerke beim Start der Rakete ‚Unha-2‘ gesichtet. Diese Rakete hatte 2012 einen nordkoreanischen Kommunikationssatelliten in den Orbit befördert“, fuhr der Experte fort.

    „Dabei setzten sich die Triebwerke der ersten Raketenstufe aus Komponenten zusammen, die sowjetischen Entwicklungen der 1960er und 1970er Jahre ähnlich waren. Aus diesen Komponenten wurde die ‚Unha‘-Rakete zusammengebaut. RD-8-Triebwerke wurden damals im ukrainischen Betrieb Juschmasch produziert“, sagte Leonkow.

    Test der nordkoreanischen ballistischen Raketen (Archivbild)
    © AP Photo / Korean Central News Agency/Korea News Service

    Raketentriebwerke werden derzeit nur in einigen ehemaligen sowjetischen Objekten hergestellt. US-Militärexperten lenken ihr Augenmerk auf den Raketenbauer Juschmasch in Dnipro (vormals Dnepropetrowsk). Gerade in diesem Betrieb wurden in der Zeit des Kalten Krieges die weltberühmten Raketen R-36M (NATO-Code: SS-18 Satan) mit einer Reichweite von bis zu 16.000 Kilometern montiert.

    „US-Geheimdienstexperten gelangten zum Schluss, dass es zwischen der Ukraine und dem Raketenprogramm Nordkoreas einen Zusammenhang gibt. An der Entwicklung nordkoreanischer Raketen waren auch Länder wie Pakistan, Ägypten oder der Iran beteiligt“, sagte Leonkow.

    Nach dem blutigen Staatsstreich in der Ukraine machte der Juschmasch-Betrieb schwere Zeiten durch. Eben deshalb wird das Unternehmen zu den wahrscheinlichsten Lieferanten von Raketentriebwerken an Pjöngjang gezählt.

    „Das Raketen- und Atomprogramm der KDVR wird von den Amerikanern derzeit peinlich analysiert. Deshalb denke ich, dass deren Angaben glaubwürdig sind“, schlussfolgerte der Experte.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Hilfe, Raketentriebwerk RD-8, Alexej Leonkow, Ukraine, Nordkorea