12:41 14 August 2020
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    Die Bundesregierung wird zur Nominierung von Altkanzler Gerhard Schröder für den Aufsichtsrat von Russlands größtem Ölkonzern Rosneft keine Stellung nehmen. „Ich kann als Regierungssprecher die berufliche Entwicklung des Altbundeskanzlers nicht kommentieren“, sagte Steffen Seibert am Montag in Berlin.

    Zuvor hatte die russische Regierung mehrere Kandidaten für das Board of Directors von Rosneft aufgestellt, darunter Energieminister Alexander Nowak und 73-jährige Altkanzler Schröder. Eine dahin gehende Anordnung wurde am Montag auf der Website des Kabinetts veröffentlicht. Im Gremium sitzt bereits ein Deutscher – Matthias Warnig, geschäftsführender Direktor des Betreiberkonsortiums Nord Stream AG. Auch er wurde nominiert.

    Auf Vorschlag von Rosneft-Chef Igor Setschin soll der neunköpfige Aufsichtsrat um zwei Sitze erweitert werden.

    Ein möglicher Posten für Ex-Kanzler Schröder im Rosneft-Aufsichtsrat sorgt indes für heftige Kritik. Der Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer bezeichnete das Verhalten des SPD-Politikers als schamlos. „Er erniedrigt sich endgültig zu einem bezahlten Diener der Politik Putins“, wurde er von der Deutschen Presse-Agentur zitiert.

    Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrej Melnyk, bezeichnete es als moralisch verwerflich, „dass ein ehemaliger Bundeskanzler und führendes SPD-Mitglied vom Kremlchef instrumentalisiert wird“.

    Ein Mehrheitsanteil an Rosneft von 50,00000001 Prozent wird vom Staatskonzern Rosneftegaz gehalten. 19,75 Prozent der Aktien sind im Besitz von British Petroleum (BP). 19,5 Prozent der Anteile wurden im Dezember 2016 von einem Konsortium des schweizerischen Rohstoffhändlers Glencore und des Souveränen Fonds von Katar (QIA) gekauft.

    Eine Aktie gehört der russischen Behörde für die Verwaltung von Staatsvermögen. Die restlichen Rosneft-Anteile sind im Streubesitz.

     

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    Tags:
    Nominierung, Aufsichtsrat, Rosneft, Steffen Seibert, Dennis Schröder, Russland, Deutschland