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17:11 21 Oktober 2019
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    Protestaktion vor dem Trump Tower in New York

    USA: Demonstranten fordern Trumps Rücktritt unter Fenstern des Trump Towers FOTOS

    © REUTERS / Brendan McDermid
    Politik
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    Mehr als 1.000 Menschen haben sich zu einer Protestaktion vor Trumps Wolkenkratzer in New York versammelt, wo am Montagabend (Ortszeit) US-Präsident Donald Trump erstmals nach seinem Amtsantritt weilte. Wie ein RIA-Novosti-Korrespondent vor Ort berichtete, hatten die Protestler den Rücktritt von Trump gefordert.

    New Yorker gegen Trump

    Die Aktionsteilnehmer erwarteten vor dem Trump Tower die Ankunft des Präsidenten  in seiner inoffiziellen Residenz und skandierten: „Nein zu Trump, nein zu Ku-Klux-Klan, nein zu Faschismus in den USA“.  

    ​Die Polizei musste rund um das Gebäude mit Sand gefüllte Lkws aufstellen, die Kontrolle beim Eingang zum Trump Tower verschärfen und einen Teil des Gehsteiges entlang der Fifth Avenue für die Kundgebung abriegeln.

    New Yorker protestieren gegen US-Präsident Donald Trump
    © REUTERS / Amr Alfiky
    New Yorker protestieren gegen US-Präsident Donald Trump

    Auch die Fahrbahn für die Demonstranten wurde gesperrt, sodass sie durch die naheliegenden Straßen bis zum Central Park marschieren mussten.

    Einige Aktivisten sollen sogar das Schaufenster der in der Nähe vom Trump Tower liegenden Gucci-Boutique besetzt haben.

    Rund zehn Minuten wären am Fenster des Nobelgeschäftes die Plakate mit der Aufschrift „Hier gibt es keinen Platz für Hass“ zu sehen gewesen. Auf der Straße wurde die in letzter Zeit besonders populär gewordene Losung skandiert: „Das ist nicht mein Präsident.“ 

    Protestaktion vor dem Trump Tower in New York
    © REUTERS / Joe Penney
    Protestaktion vor dem Trump Tower in New York

    Diesmal konnten die Demonstranten Trump buchstäblich etwas zurufen. Einer der Aktivisten, der sich als Paul gemeldet habe, erläuterte: „Der Kernpunkt  der Botschaft ist sehr einfach: Er soll aus dem Weißen Haus verschwinden.“ 

    Laut Paul hatten die New Yorker nicht für Trump gestimmt, da sie einiges über ihn wissen: Beispielweise sollen angeblich illegale polnische Arbeiter hauptsächlich den Trump Tower gebaut und erst zehn Jahre später ihren Lohn dafür erhalten haben.  

    Obwohl sich die Aktivisten auf Trumps Besuch vorbereitet hätten, sei seine Ankunft jedoch unbemerkt geblieben. Die Tatsache, dass der Präsident bereits zu Hause sei, wurde erst nach der Wiederaufnahme des Straßenverkehrs über die für den Präsidentenkorso abgeriegelte Fifth Avenue klar. 

    Neue Aktionen

    Die Proteste in New York dauern seit Sonntag als Reaktion auf die Ereignisse in Charlottesville an, wo ein Auto am Rande einer Demo von Rechtsextremisten in eine Gruppe von Gegendemonstranten gerast war.

    Zuerst  hatte Trump die Gewalt auf „vielen Seiten verurteilt“, wofür er von der Öffentlichkeit scharf kritisiert wurde. Dann gab er aber seinen Kritikern nach und erklärte in einer TV-Ansprache, er verurteile  Rechtsextreme. Zudem bezeichne Trump Rassismus als ein Übel und die Anhänger der „Dominanz der weißen Rasse“  als Neonazis und den Ku-Klux-Klan als „Täter und Banditen“.    

    Ein Mitorganisator der Aktion — die Gruppe „RefuseRacism“ („Verneine Rassismus“) — stufte die Trump-Administration als faschistisch ein, weil erstens Rechtsextreme gut organisiert in Charlottesville auf die Straße gehen konnten, und zweitens, weil Trump Nordkorea mit  „Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat", gedroht und damit das Leben von Millionen Menschen in Frage gestellt habe.

    „Diesem Alptraum soll ein Ende gesetzt werden: Das Regime von Trump und Pence soll zurücktreten“, lauten mehrere Plakate der Aktivisten.         

    Auch die Teilnehmer der für den 4. November landesweit geplanten Protestaktionen wollen Trumps Rücktritt verlangen. Die Vorbereitung auf dieses großanlegte Ereignis wollen die Aktivisten am kommenden Samstag bei regionalen Konferenzen zur Sprache bringen. Diesbezügliche Flugblätter werden vor dem Trump Tower in New York verteilt.      

    Aktionsteilnehmer erwarteten vor dem Trump Tower Ankunft des Präsidenten in seiner inoffiziellen Residenz und skandierten: „Nein zu Trump, neun zu Ku-Klux-Klan, nein zu Faschismus in den USA“
    © REUTERS / Shannon Stapleton
    Aktionsteilnehmer erwarteten vor dem Trump Tower Ankunft des Präsidenten in seiner inoffiziellen Residenz und skandierten: „Nein zu Trump, neun zu Ku-Klux-Klan, nein zu Faschismus in den USA“

    Am 13. August war bei einer Demo von Rechtsextremisten in Charlottesville ein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten gerast. Eine junge Frau kam dabei ums Leben, 19 weitere Menschen wurden verletzt. US-Medien zufolge hatte der 20-jährige Angreifer eigens mehr als 800 Kilometer für die Teilnahme an der Demo zurückgelegt.

    In Charlottesville im US-Staat Virginia hatten rechtsextreme Gruppen, darunter auch Anhänger der Alt-Right-Bewegung sowie frühere Vertreter des Ku-Klux-Klans, gegen die Entfernung einer Statue des Konföderationsgenerals Robert E. Lee durch die Stadt demonstriert.

     

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    Tags:
    Anti-Trump-Proteste, Trump Tower, Gruppe RefuseRacism, Reuters, Donald Trump, USA