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    In this Nov. 7, 2012 photo, U.S. and Chinese national flags are hung outside a hotel during the U.S. Presidential election event, organized by the U.S. embassy in Beijing

    Handelskrieg USA-China: Wer als Sieger hervorgeht

    © AP Photo / Andy Wong
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    Wer wird gewinnen, falls zwischen den USA und China ein Handelskrieg ausbricht? Bei einem gemeinsamen Handelsvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr wäre die Liste potenzieller Verlierer sehr lang, wie aus einer Analyse von Bloomberg hervorgeht.

    Betroffen würden demnach solche Riesen wie Apple, das seine Produkte hauptsächlich in China fertigen lässt und sich an dem wachsenden Verbrauchermarkt Chinas orientiert. Darüber hinaus würden auch amerikanische Landwirtschafts- und Verkehrsunternehmen an einem Handelskrieg leiden, die die chinesischen Anforderungen in Bezug auf Sojabohnen und Flugzeuge erfüllen.

    Die US-Firmen, die Halbfertigprodukte aus China importieren, würden ebenso gezwungen sein, sich an neue Bedingungen anzupassen. Am schlimmsten würde es aber Einzelhändler treffen, darunter Wal-Mart Stores Inc., die billige Elektronik, Kleidung und Möbel anbieten. Denn Trumps Absichten würden besonders zu Buche schlagen.

    Obwohl allgemein bekannt ist, dass die USA ein ständiges Handelsdefizit mit China haben, hat Amerika laut Bloomberg-Angaben dennoch einen Handelsüberschuss von bis zu 17 Milliarden US-Dollar im Bereich Agrarprodukte.

    Denn die Hälfte aller Soja-Exporte der USA gingen an China. Für Amerika sei Soja nach Erntemenge das zweitwichtigste Saatgut. Soja-Farmen liegen vorwiegend im Mittleren Westen – in den Bundesstaaten Illinois, Iowa, Indiana, Minnesota und Nebraska. Dabei gehe es um dermaßen große Volumen, dass Soja-Exporte einen beträchtlichen Beitrag ins Bruttoinlandsprodukt des Landes im zweiten Halbjahr 2016 geleistet hätten.

    China sei außerdem ein wichtiger Abnehmer amerikanischer Flugzeuge. Das sei womöglich der einzige Bereich, in denen die USA wettbewerbsfähiger seien. Amerika habe zudem einen Handelsüberschuss von acht Milliarden US-Dollar gegenüber China im Bereich Verkehrsmittelausrüstung.

    Da kann man sich nur wundern, warum sechs von acht US-Bundesstaaten, die gegenüber China ein Handelsplus haben, Trump bei den Präsidentschaftswahlen unterstützten. Im Jahr 2016 verzeichnete Louisiana das größte Plus von 2,9 Prozent seines BIP. Auf Platz zwei steht der Bundesstaat Washington mit 1,6 Prozent, hauptsächlich wegen der Luft- und Raumfahrtprodukte.

    Trump hatte zuvor Untersuchungen zu den Handelspraktiken Chinas angeordnet. Insbesondere sollte es dabei um den Umgang Pekings mit geistigem Eigentum gehen. Sollten dabei irgendwelche Nachteile für die US-Wirtschaft ans Licht kommen, droht Trump mit Strafen. China warnte daraufhin vor einem Handelskrieg und versprach Gegenmaßnahmen.

     

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    Tags:
    Handelskrieg, Exporte, Soja, USA, China