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13:45 20 August 2019
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    Russlands Außenministerium mit neuer renovierter Spitze

    Kiew schiebt Reporterin russischer Fernsehanstalt ab – Moskau reagiert empört

    © Sputnik / Wladimir Pesnja
    Politik
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    Die Ukraine hat die Korrespondentin der russischen Medienholding-Gesellschaft WGTRK Tamara Nersesjan aus dem Land ausgewiesen. Das teilte das Portal „Westi.ru“ am Dienstag unter Verweis auf den Nachrichtensender „Rossija 24“ mit. Russlands Außenministerium hat sich bereits eingeschaltet.

    „Jetzt ist sie bereits auf dem Weg in die Redaktion. Sobald sie die Möglichkeit bekommt, wird die Journalistin über alles, was mit ihr passiert ist, sowie über die Vorwürfe, die die ukrainischen Behörden gegen sie erheben, ausführlich erzählen“, hieß es zunächst.  

    Indes soll Nersesjan gesagt haben, sie dürfe nun drei Jahre lang nicht in die Ukraine einreisen, denn sie  gefährde mit ihren Beiträgen die „Sicherheit und territoriale Integrität des Landes“.  

    Als Vorwand für ihre Ausweisung dürfte eine Reportage über das Musikfestival „Banderstadt“ im nordwestukrainischen Gebiet Wolhynien gedient haben.     

    „In dieser Reportage haben wir darüber berichtet, wie ukrainische Politiker unaufdringlich Helfershelfer des Faschismus heroisieren, indem sie Festivals ihren Namen geben oder indem Sänger mit T-Shirts mit dem Abbild dieser Helfershelfer auftreten. Ich meine Stepan Bandera und Roman Schuchewytsch“, so Nersesjan.        

    In seinem Kommentar zur Ausweisung der russischen Journalistin forderte das russische Außenministerium von Kiew, den internationalen Verpflichtungen im Bereich der Pressefreiheit strikt nachzukommen.  

    „Wir sind empört über die groben Verstöße gegen die Rechte russischer Reporter und rufen das offizielle Kiew auf, die internationalen Verpflichtungen im Bereich der Freiheit von Medien und der Gewährleistung ihrer Sicherheit voll und ganz zu erfüllen“, heißt es.      

    Kiew verhindert bei Weitem nicht das erste Mal die Aktivitäten russischer Journalisten. So war Maria Knjasewa, Journalistin der russischen TV-Sender Rossija-1 und Rossija-24, im Juli wegen „destruktiver Tätigkeit“ abgeschoben worden.

    Im Mai hatte Kiew dem zum Eurovision Song Contest (ESC) akkreditierten Bildreporter der russischen Media-Holding Rossiya Segodnya, Ramil Sitdikow, sowie zwei Journalistinnen der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ die Einreise verweigert.

    Zudem waren im März 2015 mehr als 115 Fernsehsender, Rundfunkanstalten und Nachrichtenagenturen Russlands auf einer schwarzen Liste des ukrainischen Geheimdienstes SBU gelandet. Auch wichtige russische Fernsehsender sind in der Ukraine verboten.  

    Russlands Außenministerium stufte ein derartiges Vorgehen als Verstoß gegen Redefreiheit ein und rief die Weltöffentlichkeit auf, hart darauf zu reagieren.

    Indes berichtete der ukrainische Journalistenverband von einer Verschlechterung der Sicherheit von Journalisten, während gegen sie begangene Straftaten unbestraft blieben.      

    Das elfte alljährliche Festival mit dem Namen „Banderstadt“ (denselben Namen trägt auch ein ultranationalistischer ukrainischer Hooligan-Club) fand vom 4. bis zum 6. August in Luzk in der Nordwestukraine statt.

    Die Veranstaltung, bei der Dutzende ukrainische Bands und Sänger auftreten, wird zum Andenken an den Nazi-Kollaborateur und Kriegsverbrecher Stepan Bandera abgehalten.

     

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    Tags:
    Musikfestival Banderstadt, Kosmoloskaja Prawda, WGTRK, Roman Schuchewytsch, Tamara Nersesjan, Stepan Bandera, Russland, Ukraine