21:13 08 April 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    2403
    Abonnieren

    Die russischen Pranker Wowan und Lexus haben den Chef des derzeit heiß diskutierten ukrainischen Konzerns Yuzhmash, Sergej Wojt, angerufen und sich dabei als Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Alexander Turtschinow, ausgegeben. Dies berichtet die Webseite „Westi.ru“.

    Ukrainischer Raketenbauer Yuzhmasch, 2014
    © REUTERS / Ukrainian Presidential Press Service / Mykhailo Markiv
    Wie Wowan (Wladimir Kusnetsow) gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti erläuterte, gibt es in der Ukraine zwei Betriebe, die sich mit Triebwerken beschäftigen: der Konzern Yuzhmash, der für die Verbreitung und den Verkauf der Motoren verantwortlich ist, und das Konstruktionsbüro Juschnoje, das diese entwickelt und produziert. Gemeinsam mit seinem Kollegen Lexus soll Wowan am Dienstag Wojt angerufen haben, um sich danach zu erkundigen, ob die Ukraine aktuell Probleme in den Bereichen Herstellung und Lieferung der Triebwerke habe. 

    „Wir (Yuzhmash – Anm. d. Red.) haben erst mit Korea begonnen, im Kleinen zu arbeiten. Mit Korea arbeitet unser Konstruktionsbüro Juschnoje seit mehr als 14 Jahren. Mit China seit über 20 Jahren. Was sie dort machen? Ich weiß es nicht. Diese Information erreicht uns nicht“, soll Wojt gesagt haben.

    Über diese Angaben verfügt ihm zufolge der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU).

    Daraufhin schlug „Turtschinow“ vor, eine gemeinsame Position zu der aktuellen Situation zu entwickeln und die Schuldigen zu finden. Wojt sagte dazu:

    „Die Schwachstelle ist natürlich das Konstruktionsbüro Juschnoje. Bei uns (Yuzhmash) soll niemand verdächtigt werden. Sie reisen, haben Kontakte. Man muss mit ihnen arbeiten, damit sie weniger quatschen.“

    Der ukrainische Konzern Yuzhmash kommentierte bereits den Fake-Anruf. Der Direktor sagte laut der offiziellen Mitteilung des Unternehmens nichts Sensationelles oder Skandalöses. Die Pranker hätten hingegen versucht, die Worte von Wojt zu verdrehen, um zu zeigen, dass „es sich bei der Diskussion über eine Zusammenarbeit zwischen dem Konstruktionsbüro Juschnoje und Korea um eine Kooperation mit Nordkorea gehandelt hat“.

    „Dies entspricht nicht der Wirklichkeit“, heißt es auf der Webseite des Konzerns.

    Das Konstruktionsbüro Juschnoje arbeitet demnach seit Langem mit Südkorea zusammen. An dieser Kooperation sei seit Kurzem auch Yuzhmash beteiligt. In der Mitteilung wird darauf verwiesen, dass Yuzhmash Partnerbeziehungen zu der Luft- und Raumfahrtagentur Südkoreas (Korea Aerospace Research Institute, KARI) habe. „Dabei hat es sich nie um eine Zusammenarbeit von Yuzhmash und dem Konstruktionsbüro Juschnoje mit Betrieben und Organisationen Nordkoreas gehandelt.“

    Zuvor hatte die Zeitung „The New York Times“ (NYT) unter Berufung auf Experten und Geheimdienste berichtet, dass ein ukrainischer Konzern passende Triebwerke an Nordkorea geliefert habe. Pjöngjang habe diese für seine Raketen auf dem Schwarzmarkt erwerben können, hieß es. Hergestellt wurden die Triebwerke demnach angeblich beim Raketenbauer Yuzhmash.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Russische Pranker veräppeln US-Energieminister – wen noch? - INTERVIEW
    US-Außenamt: USA nehmen Berichte über ukrainische Triebwerke ernst
    Ukrainische Militärtechnologien für Nordkorea: Kiew reagiert auf NYT-Bericht
    Tags:
    Pranker, Lieferungen, Raketen, Triebwerk, Ukrainischer Sicherheitsdienst SBU, Alexander Turtschinow, Südkorea, Nordkorea, Russland, Ukraine