09:26 26 September 2017
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    Nacht des Putschversuches in Ankara: Menschen kletterten auf die Panzer, um sie aufzuhalten

    Ankara fordert von Berlin Auslieferung von mutmaßlichem Putsch-Anführer Öksüz

    © REUTERS/ Tumay Berkin
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    Ankara hat eine diplomatische Note an die Bundesregierung in Berlin geschickt, in der die Auslieferung von Adil Öksüz, einem der mutmaßlichen Drahtzieher des gescheiterten Putschversuchs, gefordert wird. Dies berichtet die türkische Zeitung „Sabah“.

    Adil Öksüz soll sich Medienberichten zufolge in Deutschland aufhalten. In diesem Zusammenhang habe Ankara um die Auskunft über jegliche Informationen über den Verbleib des Gesuchten gebeten und die deutschen Behörden aufgefordert, diese Behauptungen zu untersuchen.

    Die türkischen Medien hatten zuvor berichtet, dass Öksüz in Frankfurt und Ulm gesehen worden sei. Es gab auch Mitteilungen, dass er eine befristete Aufenthaltsgenehmigung in Baden-Württemberg bekommen habe. Ankara hat auf Öksüz ein Kopfgeld in Höhe von umgerechnet einer Million Euro für Hinweise zur Ergreifung gesetzt.

    Türkische Polizisten hatten Öksüz kurz nach dem Putschversuch im Juli 2016 unweit eines Luftwaffenstützpunkts nahe Ankara festgenommen. Er soll von dort aus den geplanten Umsturz koordiniert haben. Er soll aber ins Ausland geflüchtet sein, nachdem Richter ihn zwei Tage nach seiner Festnahme wieder entlassen hätten.

    In der Nacht auf den 16. Juli hatte eine Gruppe von Verschwörern den Versuch eines Staatsstreichs in der Türkei unternommen. Die Konfrontationen fand hauptsächlich in Ankara und Istanbul statt. Laut jüngsten Angaben kamen dabei 246 Staatsbürger (exklusive der Putschisten) ums Leben. Mehr als 2000 Menschen wurden verletzt. Der Putschversuch wurde unterdrückt.

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    Tags:
    Auslieferung, Deutschland, Türkei
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