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15:06 23 Juli 2019
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    Darum sind Kampfjets aus Russland so gefragt wie nie – Experte

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    Politik
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    Die Nachfrage nach Kampfflugzeugen hat weltweit rapide zugenommen. Kampfjets machen in diesem Jahr über 50 Prozent an russischen Waffenexporten aus. Der Militärexperte Andrej Frolow kommentiert im Sputnik-Interview.

    „Flugzeuge und Hubschrauber machen seit 20 Jahren stabil die Hälfte russischer Waffenexporte aus. Viele Länder modernisieren derzeit jedoch ihre Luftstreitkräfte und steigen auf Flugzeuge der 5. Generation um“, sagt Frolow, Chefredakteur des Fachblatts „Eksport Wooruschenij“ und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Strategie- und Technologieanalyse.

    Doch sei der Umstieg auf die Flugzeuge neuer Generation nur eine Seite der Medaille. Die andere: „Die Welt wird leider nicht friedlicher. Wir haben es mit andauernden Konflikten im Nahen Osten zu tun. Dort sitzen übrigens auch die größten Käufer von Kampfflugzeugen“, erklärt der Analyst. „Jetzt gerät auch noch Asien zunehmend in eine Konfliktspirale. Also wirken hier technische und politische Gründe verstärkend aufeinander ein und führen zu höherer Nachfrage nach Luftfahrzeugen.“

    Der Irak sei beispielsweise ein großer Waffenimporteur, sagte der Experte. „Das ist Russlands Nische.“ Ein schlafender Riese sei in dieser Hinsicht der Iran. „Dieses Land ist durch UN-Sanktionen eingeschränkt, aber diese sollen bis 2020 aufgehoben werden. Derzeit verhandelt Teheran mit Moskau schon über den Kauf neuer Kampfflugzeuge nach der Aufhebung.“

    Ein großer Käufer sei auch Kuweit.

    „Überhaupt sind alle Golfmonarchien große Kunden von Rüstungsfirmen.“ Syrien sei eine Ausnahme: „Das Land ist zahlungsunfähig“, sagt der Experte, „auch wenn Russland jüngst erst einen Kampfhubschrauber und einige Su-24-Bomber an Damaskus übergeben hat.“

    Den Einsatzzweck neuer Kampfflugzeuge beschreibt der Fachmann so: „Flugzeuge werden ebenso zum Angriff wie zur Verteidigung eingesetzt. Eine der wenigen Ausnahmen sind russische MiG-31 – die werden nur als Abfangjäger genutzt. Aber auch sie könnten bei Offensiven die gegnerischen Kampfjets angreifen. Wenn es sich nicht gerade um Transportmaschinen handelt, können Militärflugzeuge auch zum Angriff genutzt werden.“

    Außer den Flugzeugen ist auch andere Waffentechnik aus russischer Fertigung im Ausland gefragt: „Ein großes Segment im russischen Waffenexport sind Flugabwehrsysteme – zehn bis 15 Prozent je nach Jahr. Die Nachfrage ist stabil. Mit China etwa wurde die Lieferung von S-400 vereinbart“, erklärt Frolow. „Auch die elektronische Kampfführung ist eine Exportnische, zumal auch in lokalen Konflikten immer mehr elektronische Systeme zum Einsatz kommen. Und Russland ist bei dieser Technik stark aufgestellt. Diese dient dazu, gegnerische Signale abzufangen, zu stören oder gleich ganze Elektroniksysteme außer Gefecht zu setzen.“

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    Waffenexporte, S-400, MiG-31, Su-24, Andrej Frolow, Irak, Russland