09:14 21 November 2017
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    Soldaten der russischen Spezialkräfte bei der Parade zum Tag des Sieges (9. Mai) auf der Militärbasis Hmeimim in Syrien

    Französischer NGO-Chef: Russen haben Aleppo gerettet

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    Franzose Pierre Le Corf, Gründer der Organisation „We are Superheroes“, die den Einwohnern des umkämpften Landes hilft, spricht in einem Interview mit Sputnik über das wahre Ziel der Weißhelme in Syrien, über westliche Medien und das Verhältnis der Bevölkerung zu Präsident Bashar al-Assad und den Russen.

    „Die Medien berichten nichts über West-Aleppo“, kritisiert der 28-jährige Franzose, der bereits seit eineinhalb Jahren in Aleppo lebt. In Ost-Aleppo wohnen ihm zufolge 130.000 Menschen, während es im westlichen Teil der Stadt 1.300.000sind, „die gar nicht zu existieren scheinen“, kritisiert Le Corf.

    „Seitdem ich dort bin, waren nur wenige Medien bereit, zu berichten, was in Ost-Aleppo passiert. In Aleppo gab es rund 30 bewaffnete Gruppierungen. Alle waren Dschihadisten. Am Anfang gab es auch Oppositionelle. Als aber die Russen im September 2015 kamen, waren nur noch Dschichadisten da“, so Le Corf.

    „Ich bin Franzose, ich habe keinen Eigennutz, wenn ich das sage. Sie können aber jeden in Aleppo fragen – wären nicht die Russen und die russischen Flugzeuge, würde Aleppo nicht mehr leben“, so der Aktivist. „Mein Rucksack war immer parat. Wir schliefen bekleidet und wussten nicht, ob wir festgenommen werden, ob Aleppo fallen wird. Ich treffe jeden Tag Einwohner von Ost-Aleppo; sie haben das Gefühl, dass sie gerettet wurden“, erzählt er weiter.

    Heute sind Le Corf zufolge die Organisationen, die über Syrien berichten oder auf dessen Territorium arbeiten, nur in den von Terroristen kontrollierten Gebieten präsent. In der von Regierungstruppen kontrollierten Zone agieren nur zwei Auslandsassoziationen – die von Le Corf und SOS Chrétiens d’Orient (SOS Christen des Ostens).

    „Solche Organisationen wie die Weißhelme waren von Anfang an Anhänger von salafistischen Ansichten und gehörten zu den mehr oder weniger radikalisierten Strömungen“, so der Aktivist. „In Syrien bringen sie mehr Schaden als Hilfe: Sie helfen, weil sie sehr viel Geld dafür bekommen. Ihr echtes Ziel besteht aber darin, Syrien weiter in den Krieg hineinzuziehen, was ihre Existenz legalisiert, obwohl sie die Minderheit darstellen, die die Mehrheit als Geiseln hält.“

    Laut Le Corf wollen die Syrer Reformen, sie seien nicht ganz zufrieden mit dem, was die Regierung macht. „Die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt aber Bashar Assad. Als ich nach der Befreiung von Ost-Aleppo Weihnachtsgeschenke  verteilte, war ich sehr erstaunt, dass die Menschen in Bashar Assad ihren Retter sahen. Wenn die Leute ihn nicht unterstützen würden, wäre er längst gestürzt worden“, so Le Corf weiter. „Die Leute kämpften um ihr Land. Ich weiß, dass viele das nicht begreifen werden.“

    Die Syrer mögen Franzosen, haben aber laut Le Corf nichts für Länder übrig, die das vernichtet haben, was sie hatten. „Heute ist Frankreich eines dieser Länder, die Sanktionen unterstützen, die Syrien erdrosseln.“ Mit den Sanktionen drangsalierten sie aber die Menschen. „Sanktionen sind eine stärkere Waffe als Bomben, weil sie die Leute zum Fortgehen zwingen – nicht weil Krieg ist, Bomben fallen oder sie die Regierung nicht mögen – weil die Leute keine Zukunft mehr haben.“

    Le Corf hat eigenen Angaben zufolge viele Programme, vor allem für Kinder, erarbeitet. „Diese Kinder sind als Bomben vorprogrammiert. Das sind sunnitische Kinder. Sie haben eine Zukunft. Sie haben das Schrecklichste überlebt – Bombardements und Terroristen. Wenn ihnen nicht geholfen wird, werden wir in 20 Jahren 20.000 Terroristen haben.“

     

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    Tags:
    Schaden, Leben, Kritik, Terroristen, Hilfe, Medien, NGO „We are Superheroes, Weißhelme, Bashar al-Assad, Aleppo, Syrien, Frankreich, Russland
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