16:27 20 November 2017
SNA Radio
    Berliner Reichstag, Sitz des Bundestages (Archivbild)

    Mitgefühl und Forderung nach Änderungen: Deutsche Politiker zu Barcelona-Anschlag

    © AP Photo/ Markus Schreiber
    Politik
    Zum Kurzlink
    Terroranschlag auf Touristenmeile Las Ramblas in Barcelona (47)
    7620422

    Der Terroranschlag in Barcelona hat in der ganzen Welt Entsetzen ausgelöst. Die deutschen Politiker haben ihr Mitgefühl ausgedrückt und ihre Solidarität bekräftigt. Die Reaktion seitens der AfD-Chefin Frauke Petry ist jedoch sehr heftig ausgefallen: Via Twitter hat sie die Kontrolle der Grenzen und ein Ende der illegalen Migration gefordert.

    Sie befand den Anschlag in einem Tweet als „traurig und unfassbar“ und forderte weitere Veränderungen in Europa.

    „Suis-je Barcelona? (Bin ich Barcelona?— Anm. d. Red.) Nein!!!! Grenzen kontrollieren, illegale Migration beenden, Terroristen abschieben!!!“, schrieb Frauke Petry auf ihrem Twitter-Account.

    Wie einige Twitter-User anmerkten, klingt dieser Aufruf von Petry wie eine Wahlkampfansage.

    Andere Politiker waren nach dem Anschlag nicht so scharf in ihrer Reaktion. "Terrorismus kann uns tief traurige Stunden bereiten. Aber besiegen kann er uns nie", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

    SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz äußerte auf seinem Twitter-Account, geschockt und wütend über die Nachrichten aus Barcelona zu sein. Es sei ein feiger Anschlag auf die eigenen Werte und seine Gedanken seien bei den Opfern und Angehörigen.

    „Heute Abend stehen wir alle mit Barcelona. In Trauer, aber auch mit Wut. Wir werden uns diesem Terror nicht beugen“, twitterte Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir‏.

    „Terror erklärt der freien Welt den Krieg, aber wir bleiben stärker. Jedes Opfer ist Verpflichtung, Lebensweise zu verteidigen“, schrieb FDP-Chef Christian Lindner via Twitter.

    „Ich bin entsetzt über den Anschlag in Barcelona. Meine Gedanken sind bei den Opfern. Hass und Gewalt dürfen nicht siegen“, so Linke-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht.

    Die Nachrichtenagentur Reuters hat auch am Freitag gemeldet, Merkel habe mit den im Bundestag vertretenen Parteien und der FDP abgesprochen, den Wahlkampf in Deutschland trotz des Anschlags in Barcelona fortzusetzen. Allerdings sei vereinbart worden, dass man in den nächsten beiden Tagen auf "laute Musik und ähnliches" verzichten werde.

    Am 17. August raste auf der bekannten Touristenpromenade Las Ramblas im Zentrum der katalanischen Hauptstadt Barcelona ein Kleintransporter in eine Menschenmenge. Nach offiziellen Angaben wurden 13 Menschen getötet und über 50 weitere verletzt. Die katalanische Polizei stufte die Tat noch am gleichen Tag als Terroranschlag ein.

    Nur wenige Stunden später ereignete sich in dem weiter südlich gelegenen Badeort Cambrils eine ähnliche Attacke. Dort fuhren mutmaßliche Terroristen auf der Strandpromenade gegen Mitternacht mehrere Menschen mit einem Pkw um, bevor sie von Sicherheitskräften gestoppt wurden. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Polizist. Die Polizei erschoss nach eigenen Angaben fünf Täter. Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelona aus.

    >>> Mehr zum Thema in unserem Live-Ticker

    Themen:
    Terroranschlag auf Touristenmeile Las Ramblas in Barcelona (47)

    Zum Thema:

    Spanien will mit Russland Terrorismus bekämpfen – Botschafter
    Terror in Spanien: Polizei verhaftet vierten Verdächtigen
    Anschläge in Spanien: Wahl der Terroristen kein Zufall – Politologe
    Opferzahl in Spanien auf 14 gestiegen - Polizei
    Attacken in Spanien: Polizei sucht nach weiterem Transporter und zwei Verdächtigen
    Offenbar Gasflaschen-Angriff in Spanien vereitelt
    Tags:
    Reaktion, Terroranschlag, Frauke Petry, Christian Lindner, Sahra Wagenknecht, Cem Özdemir, Martin Schulz, Angela Merkel, Barcelona, Spanien, Deutschland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren