14:37 10 August 2020
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    Die Position Israels, das den Ausschluss Russlands vom Neubau einer Gedenkstätte für die Opfer des deutschen Vernichtungslagers Sobibor in Polen akzeptiert hatte, grenzt an den Verrat an der Geschichte. Das sagte die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Freitag in Moskau.

    „Ich weigere mich kategorisch, die Einstellung Israels zu verstehen. Für mich ist die Position dieses Staates zu diesem Problem absolut unannehmbar“, erklärte die Sprecherin in einem Interview des TV-Senders Rossija 1.

    Am 14. Oktober 1943 hatte der russische Offizier Alexander Petscherski einen Aufstand im Lager organisiert und angeführt. Viele Gefangene kamen dabei um, aber doch einigen gelang die Flucht. Das war der einzige gelungene Aufstand in Nazi-Konzentrationslagern.

    Nach jüngsten Erkenntnissen wurden in Sobibor rund 170.000 Juden aus Polen, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, den Niederlanden und mehreren anderen Ländern Europas. Zuvor nannten Historiker eine Zahl von sogar 250.000 Toten.

    Israel, die Niederlande und die Slowakei arbeiten seit Jahren mit Polen an dem Museumsprojekt. Im vergangenen Juni wurde beschlossen, Russland nicht als Mitglied aufzunehmen. Gründe wurden nicht genannt.

    Sacharowa bezeichnete den Ausschluss Moskaus als „einen himmelschreienden Fall von historischem Gedächtnisschwund“. Sie erinnerte auch daran, dass die Botschafter der beteiligten Länder ins russische Außenministerium einbestellt worden waren. „Einige von ihnen sagten, sie hätten nichts gegen eine Beteiligung Russlands (…) Meine Herren, wenn Sie nichts dagegen haben, sollten Sie entsprechende Erklärungen abgeben.“ „Warum verraten Sie denn nach über 70 Jahren das Andenken an jene, die Ihre Väter, Großväter und Mütter, die Sie gerettet haben?“, fragte die Sprecherin.

     

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    Tags:
    Verrat, Position, Maria Sacharowa, Sobibor, Polen, Israel, Russland