03:20 21 Oktober 2017
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    Al-Inghimasi: Neuer Typ von Daesh-Soldaten versetzt Europa in Schrecken

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    In einem Gespräch mit Sputnik hat der Militärexperte, der ehemalige Oberst Omar Locatelli, Überblick über den neuen Typ von Terrorkämpfern gegeben.

    Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS, auch Daesh) bietet ihm zufolge Neueinsteigern drei Optionen an: Sie können einfache Kämpfer, die an der Front dienen, Selbstmordattentäter und „Al-Inghimasi“ („der hinter dem Tod steht“ — Anm. d. Red.) werden.

    Laut Locatelli handelt es sich um einen neuen Typ von Kämpfern. Sie sprechen Französisch, wurden in Libyen geschult und säen jetzt  Schrecken in Europa. Die Gruppe nennt sich „Katibat al Battar“, das heißt, dass sie „mit Mohammeds Schwert in die Schlacht gehen“.

    „Das sind keine einsamen Wölfe. Sie sind wie japanische Kamikaze, die versuchen, einen maximal großen Schaden anzurichten und Gruppen von Menschen zu töten aber mit dem Unterschied, dass sie den eigenen Tod vermeiden wollen“, so der Experte.

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    Die Al-Inghimasi-Terroristen bekannten sich demzufolge zu mindestens sechs Anschlägen, welche in Europa mit Hilfe von Wagen verübt wurden, die die Attentäter mit hoher Geschwindigkeit in Menschenmengen fuhren.

    „Nach dem Fall von Mossul im Irak und der unabwendbaren Einnahme von Rakka in Syrien wollen sie (Dschihadisten – Anm. d. Red.) zeigen, dass sie trotz des territorialen Verlustes aktiv bleiben“, sagte Locatelli.

    Terroristen versuchen seiner Meinung nach Terrorakte in den Staaten zu verüben, die gegen den IS kämpfen. Sie greifen große Menschenmengen in diesen Ländern an, um „Gleiches mit Gleichem zu vergelten“. Das sei ein „Konflikt des neuen Typs“, die Gesellschaft davor zu schützen sei „eine sehr schwierige Aufgabe“.

    „Wir haben uns dem so genannten „asymmetrischen Krieg“ gestellt: Die schwächere Seite nutzt verschiedene Möglichkeiten, um den stärkeren Gegner zu attackieren. Die beste Kampfweise ist, die Kontrolle an den äußeren Grenzen und über die inneren Bewegungen zu stärken“, schloss der Experte.

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    Am Donnerstagnachmittag war in Barcelona ein Mann auf der beliebten Flaniermeile Las Ramblas mit einem Transporter in die Menge gerast und hatte dabei mindestens 15 Menschen getötet. Mehr als hundert weitere wurden verletzt. Das Attentat beanspruchte die IS für sich.

    Nur wenige Stunden später ereignete sich in dem weiter südlich gelegenen Badeort Cambrils eine ähnliche Attacke. Dort fuhren mutmaßliche Terroristen auf der Strandpromenade gegen Mitternacht mehrere Menschen mit einem Pkw um, bevor sie von Sicherheitskräften gestoppt wurden. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Polizist. Die Ermittler gehen von einem Zusammenhang mit dem Anschlag in Barcelona aus.

    Auch eine Explosion in einem Haus in der katalonischen Stadt Alcanar am frühen Donnerstagmorgen soll mit den Anschlägen in Zusammenhang stehen. Dort wurde eine Person getötet und eine andere verletzt.

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    Tags:
    Terroristen, Terroranschlag, Terror, IS, Terrormiliz Daesh, Europa
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