13:53 19 September 2017
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    Soldat von Tadschikistan bei Übungen (Archivbild)

    So wollen die USA Usbekistan und Tadschikistan gefügig machen

    © Sputnik/ Witaliy Belousow
    Politik
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    Alexander Chrolenko
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    Das US-Außenministerium will Zentralasien darin unterrichten, wie man den Waffenhandel in dieser Region beaufsichtigt. Washington sucht nach Subunternehmen, die für 200.000 US-Dollar den Regierungen Usbekistans und Tadschikistans beibringen können, den Waffenumsatz zu verfolgen.

    Die Informationen dazu sind eher spärlich und vieldeutig. Das Zielpublikum soll über Fertigkeiten verfügen, die für ein vollständiges Verständnis der Gesetzgebung notwendig sind, um sie mit internationalen Standards, fortgeschrittener Praxis und Lizenzverfahren in Bezug auf Kontrolle des Handels mit strategischen Waren in Übereinstimmung zu bringen.

    Es ist klar, dass es in Zentralasien keine Waffenexporteure gibt und der Waffenumsatz in den erwähnten Ländern auf Grundlage der Gesetze und Regeln unter strenger staatlicher Kontrolle erfolgt. Die Regierungen und Sicherheitsstrukturen Usbekistans und Tadschikistans sind ziemlich selbstständig.

    Zudem gehört Tadschikistan zur OVKS. Damit hat man also mit einem verschleierten Versuch der USA zu tun, den militärpolitischen Einfluss in Zentralasien (Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenien, Kirgisien und Kasachstan) zu erweitern und regionale Partner vielleicht umzuorientieren. Warum gerade hier und jetzt? Die Region ist an sich wertvoll, darüber hinaus ist die Antwort naheliegend.

    Ziele sind Afghanistan und der Iran

    Die USA steckten lange Zeit im Sand und im Gebirge Afghanistans fest. 2001 war geplant, mit Kräften der USA und der Nato, in kurzer Zeit afghanische Extremisten zu vernichten und für Ordnung im Lande zu sorgen. Die Taliban verloren de jure die Macht, konnten jedoch ihr Kampfpotential aufrechterhalten und zum Partisanenkrieg übergehen. Im Lande tauchten IS-Extremisten auf.

    Die Amerikaner können heute noch ständig neue Operationen planen, das Format der Militärpräsenz ändern, doch es liegt auf der Hand, dass diese wichtige geopolitische Kreuzung im Laufe von vielen Jahrzehnten im Fokus der US-Interessen und Anstrengungen bleiben wird. In Afghanistan wurden innerhalb von 15 Jahren 700 Milliarden US-Dollar investiert. Die USA werden nicht einfach so weggehen.

    Auch in Bezug auf den Iran muss das Pentagon enorme Anstrengungen unternehmen. Zwischen dem Iran und den USA herrschen gegenseitige militärische Drohungen, darunter atomare Muskelspiele. Der iranische Präsident Hassan Rohani sagte unter anderem, dass die USA kein guter Partner seien. Falls sie mit den Drohungen und Sanktionen weitermachen würden,  könnte der Iran sein Atomprogramm schnell reaktivieren, sogar auf einem höheren Niveau.

    Die US-Botschafterin bei der Uno, Nikki Haley, sagte: „Man muss den Iran daran hindern, den Atomdeal zu nutzen, um die Weltgemeinschaft als Geisel zu halten. Unter keinen Bedingungen wird dem Iran erlaubt, über Atomwaffen zu verfügen“.

    Interessant ist, wer den USA erlaubt hat, Hiroshima und Nagasaki zu bombardieren?

    Die jahrelangen Aktivitäten Nordkoreas könnten die Wahrscheinlichkeit der Erweiterung des Kreises der Atomstaaten bedeuten (de facto). Wir sehen, wie die „nuklearen Zangen“ des Iran und Nordkoreas das Feld des US-amerikanischen Expansionismus zusammenpressen. Die Starts der nordkoreanischen Interkontinentalraketen am 4. und 28. Juli zeigten, dass das Damoklesschwert über Alaska und die Festlandgebiete der USA hängt und die Stärke des Iran den USA noch weniger Handlungsspielraum für ein gewaltsames Manöver lässt.

    Usbekistan und Tadschikistan als Hilfsstützpunkte

    Angesichts der geopolitischen Demütigung im Fernen Osten und den aussichtslosen Kriegen im Nahen Osten gegen das Weltübel kehren die USA zu den zentralasiatischen Ländern zurück. Dort können zumindest Waffen- und Munitionslager für die Fortsetzung der Nahost-Einsätze stationiert werden.

    In Usbekistan nutzen die Amerikaner den Stützpunkt Karschi-Hanabad (gemäß einem Abkommen vom 5. Oktober 2001), wo bis zu 1500 Militärs der 10. Gebirgsdivision, Kampfjets F-15, F-16 und Frachtflugzeuge stationiert waren. Es handelte sich um ein wichtiges Logistikzentrum für die Lieferung von Lebensmitteln und materiell-technischen Gütern an die Verbündeten in Afghanistan. Die Reichweite der Flugzeuge C-17 (1000 bis 3500 km) und C-130 (4000 bis 5000 km) ermöglichen Flüge ohne Nachtanken aus Zentralasien zu jedem Ort in Afghanistan.

    Nach den Ereignissen in Andischan im Herbst 2005 verbot der usbekische Senat den US-Truppen die Stationierung in Xonobod. Die deutschen Militärflugzeuge der ISAF-Truppen nutzten allerdings seit 2002 ungehindert den usbekischen Stützpunkt Termez, was die Präsenz der US-Flugzeuge nicht ausschloss. Allerdings fühlten sich die USA deutlich eingeschränkt, besonders nach dem Verlust des Luftstützpunktes Manas in Kirgistan. Deswegen versuchen sie mit allen militärdiplomatischen Mitteln, nach Usbekistan zurückzukehren. 2014 wurde in Taschkent die regionale Vertretung der Nato eröffnet, was ein Anzeichen dafür ist, dass sich die USA an der usbekischen Militärreform beteiligen.

    In Tadschikistan nutzten die US-Luftstreitkräfte von September 2001 bis Juni 2002 den Flugplatz Aini. Damals erlaubte Duschanbe den Amerikanern, die Luftstützpunkte Kulob und Qurghonteppa zu besichtigen, um sie später beim Afghanistan-Einsatz zu nutzen, doch dieses Vorhaben scheiterte. In Tadschikistan durften die USA keinen ständigen Militärverband stationieren, was jedoch Russland mit seinem dortigen Stützpunkt gelang.

    Allerdings versucht Duschanbe das Gleichgewicht in den Beziehungen zu Moskau und Washington beizubehalten. Mit finanzieller Unterstützung der USA (rund sieben Millionen US-Dollar) wurde ein tadschikisches Friedensbataillon gebildet, das seit 2012 zu internationalen Übungen im Ausland unter der Schirmherrschaft der USA reist. Darüber hinaus gibt es in Tadschikistan Uran-Gruben, eine Großfabrik zur Verarbeitung von Uranerz. Die USA initiierten mehrere langfristige und kostspielige Programme, um besser kontrollieren zu können, wohin die Spaltstoffe geliefert werden.

    Laut ihrer Zentralasien-Strategie wollen die Amerikaner ins Sicherheitssystem Tadschikistans eindringen, dort US-Einheiten und 250 Agenten bzw. sogenannte Berater in der US-Botschaft in Duschanbe stationieren sowie proamerikanische Gesellschaftsorganisationen ins Leben rufen.

    Zwar sind in Zentralasien große Stützpunkte der USA geschlossen worden, die schleichende US-Expansion wird in der Region aber fortgesetzt.

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    Tags:
    Waffenhandel, Waffenlieferungen, US-Armee, Iran, Usbekistan, Tadschikistan, USA
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