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06:10 24 Oktober 2019
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    Serbian Präsident Aleksandar Vucic (Archivbild)

    Serbien zieht Botschafter wegen „attackierender Handlungen“ aus Mazedonien ab

    © AFP 2019 / ELVIS BARUKCIC
    Politik
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    Serbien hat in der Nacht zum Montag seinen Botschafter und weitere Diplomaten aus Mazedonien abberufen. Der serbische Präsident Aleksander Vucic erklärte den Schritt mit einem „unfreundlichen“ Handeln des Nachbarstaates.

    „Es wurden ausreichend Beweise erhalten für durchaus angreifende Handlungen [Mazedoniens] gegen die Organe und Institute Serbiens“, sagte Vucic.

    Mit einer Sondererklärung zum diplomatischen Skandal zwischen Belgrad und Skopje trat auch der serbische Außenminister Ivica Dacic auf, der die Abberufung serbischer Diplomaten durch den „Schutz serbischer Interessen“ erklärte. Er sagte:

    „Unzweideutig festgestellt wurden attackierende Handlungen gegen die Republik Serbien mit der Beteiligung ausländischen Faktors.“

    Indes betonte der Minister, die diplomatische Belegschaft werde bald schon zur Erfüllung ihrer Dienstpflichten zurückkehren. „Schon in der nächsten Woche, nach dem Treffen mit Präsident Vucic kehrt ein Teil unserer Diplomaten nach Skopje zurück und der Botschafter kehrt später zurück, wenn wir unsere Konsultationen abschließen.“ Der Außenminister betonte außerdem, dass Belgrad die guten Beziehungen zu seinem Nachbar wertschätzt.

    Die mazedonische Nachrichtenagentur Makfax meldete ihrerseits, dass die Ursache für die Abberufung der Diplomaten die von Belgrad erhaltene Information sein könnte, dass Mazedonien auf einer UN-Sitzung  vorschlagen wollte, über einen Beitritt Kosovos zur UNESCO abzustimmen, den die nicht anerkannte Republik mit Unterstützung des Westens erstrebt, allen voran der USA.

    Serbien hat alle seine diplomatischen Mitarbeiter aus Skopje in der Nacht zum Montag abberufen. Wie berichtet wird, ist der Botschafter mit seinen Mitarbeitern vergangene Nacht in Belgrad angekommen. Als Ursache für die Abberufung der Diplomaten wurden dringende Konsultationen genannt. Die serbische Vertretung hatte die mazedonische Führung vorher um eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen für den Schutz der diplomatischen Vertretung gebeten.

    Die nicht anerkannte Republik Kosovo plant, in diesem Jahr einen erneuten Antrag auf den Beitritt zur UNESCO zu stellen, und versucht zu den Reihen des Europarats dazuzustoßen, wie der Präsident des Landes Hashim Thaci sagte.

    Pristina hatte versucht, in 2015 der UNESCO beizutreten, doch die Generalkonferenz der Organisation die Bewerbung Kosovos abgelehnt. Die Anhänger der Anerkennung Kosovos haben es nicht vermocht, zwei Drittel der Stimmen zu sammeln, wohingegen 50 Staaten sich gegen diese Entscheidung ausgesprochen haben. Im russischen Außenministerium erklärte man im Zusammenhang damit, Kosovo könne keine UNESCO-Mitgliedschaft beanspruchen: „Kosovo kann, während es sich unter der Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen befindet, nicht als Staat angesehen werden, der über Rechtsfähigkeit verfügt und, demzufolge, eine Mitgliedschaft in einer internationalen Organisation beanspruchen kann.“

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    Tags:
    Abzug, Botschafter, UN, Aleksandar Vučić, Serbien