05:36 21 November 2017
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    Linke, Kompagne zur Bundestagswahl (Archivbild)

    Grüne Hochburg wackelt - Linker kämpft um Friedrichshain-Kreuzberg

    CC BY 2.0 / DIE LINKE / Dietmar Bartsch und Matthias Höhn präsentieren unsere Kampagne zur Bundestagswahl
    Politik
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    Bisher war der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg eine Hochburg der Grünen. Doch Urgestein Hans-Christian Ströbele tritt nicht erneut für den Bundestag an und so könnte in diesem Wahlkreis erstmals ein linker Kandidat die Nase vorn haben. Der heißt Pascal Meiser und er setzt auf Themen, die auch bundesweit bewegen - mit Erfolg?

    Pascal Meiser ist seit Dezember 2013 Bezirksvorsitzender der Linken in Friedrichshain-Kreuzberg, nun will er in den Bundestag. Wo er dabei die Schwerpunkte setzen will, weiß er ganz klar: Neben dem Kampf gegen Rechtspopulisten nennt er die soziale Sicherheit:

    "Das Problem ist, das die SPD und Martin Schulz bei dem Thema nicht wirklich nachgelegt haben. Wir sagen: Soziale Gerechtigkeit, ja darum geht es in diesem Land, aber wir müssen konkret werden. Wir müssen tatsächlich etwas dafür tun, dass die Menschen hier wieder Arbeit haben, von der sie auch gut leben können.“

    Dafür müsse laut Meiser der Mindestlohn erhöht und die aus seiner Sicht „unsäglichen“ befristeten Beschäftigungsverhältnisse zurückgedrängt werden.

    Meiser erinnert daran, dass die Linken vor vier Jahren bei den Zweitstimmen in Friedrichshain-Kreuzberg bereits am stärksten abgeschnitten hätten. Nun seien die Chancen auf einen Erfolg auch bei den Erststimmen durch den Verzicht deg Grünen Hans-Christian Ströbele gestiegen:

    "Nach meinem Dafürhalten war Herr Ströbele im Herzen eigentlich immer ein Linker und die Grünen haben sich immer weiter von ihm entfernt.“  

    Kritisch betrachtet Meiser die aktuellen Umfragewerte der Union, die bereits eine weitere Amtszeit Angela Merkels als Kanzlerin erahnen lassen. Politikverdrossenheit in der Bevölkerung kann der Linkepolitiker deshalb nachvollziehen:

    "Wenn ich mir die Politik der letzten Bundesregierung so anschaue, dann kann ich das bis zu einem gewissen Grad auch verstehen. Denn die rot-grüne Agenda-Politik von Schröder wurde so unter Merkel fortgesetzt. Die einzige Partei, die den Unterschied macht, ist die Linke.“

    Denn seine Partei unterscheide sich klar bei Fragen zu sozialer Gerechtigkeit und Frieden. Für ein rot-rot-grünes Bündnis stünde Meise zur Verfügung, falls die Mehrheiten entsprechend wären. Jedoch gebe es mit ihm keine Kompromisse bei einem Nein zu Auslandseinsätzen und einem Nein sinkenden Löhnen und steigenden Mieten. Ebenso kompromisslos lehnt Meiser die Politik der AfD ab:   

    "Die Vorschläge der Alternative für Deutschland sind keine Vorschläge, die unser Land voran bringen. Im Gegenteil, sie sind in weiten Teilen unsozial. Es sind viele Punkte, die dazu führen, dass unser Land weiter gespalten wird. Das wollen wir verhindern."

    Meiser, geboren 1975, ist in Berlin in der Mieterbewegung und den Gewerkschaften gut vernetzt. Er setzt deshalb auf ein besseres Ergebnis als vor vier Jahren und könnte damit nach der kommenden Wahl erstmals in den Deutschen Bundestag einziehen.

    Marcel Joppa

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    Interview, Wahlen, Die LINKE-Partei, Marcel Joppa, Deutschland
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