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    Veganer (Symbolbild)

    Die V-Partei: Mit veganer Diät und großen Vorhaben in den Bundestag

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    Politik
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    Die Massentierhaltung auslaufen lassen und stattdessen Biogemüse subventionieren – das ist der Masterplan der V-Partei. Doch auch in anderen Bereichen hat sie Großes vor: Eine einheitliche Krankenkasse für alle will sie schaffen, das bedingungslose Grundeinkommen einführen und Waffenexporte verbieten. Sputnik hat nachgefragt.

    Politiker verschreiben sich selbst gern satte Diäten, doch dem gesamten Volk haben sie noch keine Diät verpasst. Genau das ist aber Hauptziel der jungen „V³-Partei“ (auch: V-Partei), die am 30. April 2016 ins Leben gerufen wurde. Ihr Name steht für die Begriffe Veränderung, Veganer und Vegetarier. Anlass für die Gründung war ein Volksentscheid zur Massentierhaltung in Brandenburg, berichtete Michael Kneifel, stellvertretender Vorsitzender der V-Partei, im Interview. Beim Volksentscheid habe sich gezeigt, dass in Deutschland großes Interesse bestehe, die gängige Massentierhaltung zu beenden. 30 Veganer hätten sich daraufhin zur V-Partei zusammengetan, um das Thema politisch anzugehen.

    ​Aus Sicht von Kneifel gibt es eine ganze Reihe von Gründen gegen Massentierhaltung. So sei die an Tierprodukten reiche westliche Ernährung schlichtweg ungesund und führe zu Übergewicht und diversen Erkrankungen. Außerdem sei die Tierhaltung ökologisch katastrophal für den Planeten: Unmengen von Ressourcen würden verschwendet, um die Tiere zu halten. Eine Folge davon sei, dass 50 Prozent der Klimaerwärmung auf die Massentierhaltung zurückzuführen seien. Und schließlich spiele auch der ethische Aspekt eine Rolle,  da die schlechten Bedingungen in den Ställen nicht artgerecht seien.

    Subventionen umschichten

    Deshalb will die V-Partei die Massentierhaltung auslaufen lassen und nach und nach die Nachfrage senken, bis die Bürger auf Bio-Produkte umgestiegen sind. Dazu sollen die Subventionen von Produkten aus der Massentierhaltung abgeschafft werden. Der Anbau von Gemüse ohne Chemikalien solle dagegen gefördert und die Subventionen also umgeschichtet werden. Das würde Bio-Produkte preiswerter machen. „Unsere Forderung hier lautet: Bio für alle!“, so Kneifel.

    Doch die V-Partei steht nicht nur für vegane oder vegetarische Ernährung, sondern mit ihrem dritten V auch für Veränderung. Aus dem Sozialstaat und dem Bildungswesen will die Partei, die sich als links-grün bezeichnet, „ein komplett neues System“ machen. Um Unmengen von Verwaltungskosten in Ämtern einzusparen setzt sie auf das bedingungslose Grundeinkommen. Auch bei der medizinischen Behandlung sollen alle die gleichen Möglichkeiten haben. Deshalb will die Partei mit einer einheitlichen Krankenkasse die bestehende Zwei-Klassen-Gesellschaft aus privaten und gesetzlichen Krankenkassen abschaffen. Im Bereich Bildung soll ein Blick auf andere erfolgreiche Länder, vor allem aus dem skandinavischen Raum, helfen.

    Waffenexporte verbieten

    In der internationalen Politik setzt die friedlich eingestellt V-Partei auf die Lösung von Konflikten durch Dialog statt Krieg. Deswegen will sie Waffenexporte verbieten. „Jede Waffe, die man verkauft, wird irgendwo ihren Krieg finden“, betonte Partei-Vertreter Kneifel. „Man kann nicht sagen: Wir liefern nur in Staaten, mit denen wir verbündet sind. Auch die setzen die Waffen irgendwo in irgendeiner Form ein und gegebenenfalls in einigen europanahen Ländern auch wieder gegen die eigene Bevölkerung.“

    Valentin Raskatov

    Das komplette Interview mit Michael Kneifel zum Nachhören:

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    Interview, Parteien, Wahlen, Bundestag, Valentin Raskatov, Deutschland