16:58 22 September 2017
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    Hwasong-14-Rakete beim Start am 29. Juli 2017 in Nordkorea

    Washington vor die Wahl gestellt: Experten über drohenden Konflikt mit Nordkorea

    © REUTERS/ KCNA
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    Angesichts einer Dämonisierung Pjöngjangs und der nervösen Rhetorik bei gegenseitigen Drohungen ist es sehr wahrscheinlich, dass zwischen den USA und Nordkorea ein Konflikt ausbrechen kann. Dafür könnte auch ein geringer Anlass reichen, sagte der russische Korea-Experte Konstantin Asmolow gegenüber Sputnik.

    US-Luftstützpunkt, Guam
    © Foto: DoD photo by Senior Airman Carlin Leslie, U.S. Air Force

    „Man bekommt den Eindruck, dass die Amerikaner heute vor die Wahl gestellt sind und von zwei Übeln das geringere wählen müssen. Trotz ihrer vorhergien Erklärungen verstehen die USA nur zu gut, dass ein Krieg kein Ausweg wäre. Aber auch Zugeständnisse an Nordkorea würden keinen Ausweg eröffnen. Und die Situation muss gerade jetzt und möglichst bald geregelt werden“, so der Experte.

    Wider Erwarten sei Nordkorea nicht unter dem Druck der Sanktionen zusammengebrochen, sondern es sei eher das Gegenteil geschehen, konstatierte Asmolow. Er betonte, dass die Nordkoreaner ihre Wirtschaft teilweise optimiert und einen weiten Sprung in ihrem Raketen- und Nuklearprogramm vollzogen haben.

    Nach Meinung des Experten ist diese Situation, in der Nordkorea einen Schlag gegen Los Angeles führen könnte, für die USA unannehmbar. Denn dadurch würden alle Spielregeln verändert. Wäre Nordkorea vor den Augen der Weltöffentlichkeit nicht so stärk dämonisiert gewesen, hätten die Amerikaner möglicherweise noch Spielraum für Verhandlungen gehabt. Aber sie selbst hätten Nordkorea das Image eines „üblen Kerls“ zugelegt, um ihre geopolitischen Interesse in der Asiatisch-Pazifischen-Region voranzubringen, so Asmolow.

    Nordkorea hat seine Vorbereitungen für einen Schlag gegen die US-Insel Guam abgeschlossen und wird ihn auch verüben, wenn die USA sich unvernünftig benehmen sollten, hatte zuvor der Interimistische Geschäftsträger Nordkoreas in Russland, Jin Jong Hyop, mitgeteilt.

    Am 21. August sind gemeinsame Militärübungen der USA und Südkorea gestartet worden. Pjöngjang wies Washington darauf hin, dass Nordkorea im Falle einer Provokation bereit sein werde, einen Präventivschlag zu führen.

    Wie der Korea-Experte Georgi Toloraja dazu äußerte, gehören drohende Erklärungen der Nordkoreaner zu ihrem Propaganda-Stil. Aber sie würden ihre Erklärungen immer mit Vorbehalten versehen. „Diese jahrelangen Drohungen sind nur als Warnung und faktische Einladung zum Dialog aufzufassen.“

    Nach Meinung des Experten wird die Situation dadurch gefährlicher, dass Südkorea die Ortslage einer Kommandostelle der nordkoreanischen Raketentruppen ermittelt habe und die Nordkoreaner in einem verzweifelten Fall Raketen abfeuern würden, bevor die Basis vernichtet werde. „Die nordkoreanischen Führungspolitiker sind selbstverständlich keine Selbstmörder, aber Risiken bestehen“, so Toloraja.

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    Tags:
    Konflikt, Jin Jong Hyop, Georgi Toloraja, Konstantin Asmolow, USA, Nordkorea
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