09:14 21 November 2017
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    Auf Plakat - Gen. Chalifa Haftar (Archivbild)

    „Libyen könnte einen neuen Muammar Gaddafi bekommen“: Chancen für den Feldmarschall

    © AFP 2017/ ABDULLAH DOMA
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    Feldmarschall Chalifa Haftar, Befehlshaber der Libyschen Nationalarmee, scheint derzeit der Einzige zu sein, der Chancen darauf hätte, von den meisten Kräften im Land als Führungsfigur akzeptiert zu werden. Auch international sucht er Unterstützung – darunter in Moskau. Die russische Zeitschrift „Profil“ kommentiert die Situation.

    Die Zeitschrift schreibt, seit seinem vorletzten Moskau-Besuch im Dezember habe Haftar einen Sieg über die Islamisten in der zweitgrößten libyschen Stadt Bengasi errungen. Er habe inzwischen auch europäische Hauptstädte ihn ernst nehmen lassen. Die US-Administration warte vorerst ab, aber auch in Washington gebe es eine aktive Pro-Haftar-Lobby.

    Im Hinblick auf Haftars jüngste Gespräche mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu im August zitiert das „Profil“ den Feldmarschall mit den Worten, die Libysche Nationalarmee habe trotz des bestehenden Waffenembargos „alle Ölvorkommen, Öl-Häfen und Militärbasen im Land“ unter ihre Kontrolle gestellt.

    Die Zeitschrift kommentiert: „Der Sinn des Gesagten ist simpel: Gebt mir Geld und Waffen, dann bekommt Ihr dafür Erdöl; fürs Erste setzt aber eine Aufhebung des Waffenembargos im UN-Sicherheitsrat durch.“

    Im Kommentar heißt es weiter, Moskau berücksichtige zwar, wie wichtig es sei, Kontakt zu allen lybischen Konfliktparteien zu haben und das Territorium quasi abzustecken – besonders wenn es um potenzielle Öl- und Waffendeals gehe. Moskau werde aber nicht um eine Aufhebung des Embargos kämpfen, solange der politische Konflikt in Libyen nicht geregelt sei.

    Haftar sei in Libyen mittlerweile deutlich einflussreicher als die Einheitsregierung von Fayiz as-Sarradsch: „Dieser hat nicht einmal Einfluss auf jene bewaffneten Gruppen, die in den von Tripolis aus verwalteten Gebieten agieren. Geschäftsmann Sarradsch hat es nicht geschafft, eine nationale Versöhnung in Libyen herbeizuführen.“

    Für Haftar sei Sarradsch ein politischer Opponent. Doch ein Dialog mit dem Ministerpräsidenten sei für Haftar ein Weg zu einer offiziellen internationalen Anerkennung. Eine weitere Frage sei, ob es dem Militärchef gelingen werde, bewaffnete Milizen zu unterwerfen, hieß es.

    „In erster Linie muss sich der Feldmarschall mit den ‚Misrata-Brigaden‘ verständigen, die Ende des vergangenen Jahres mit Unterstützung von US-Militärs die Stadt Syrte vom IS befreit hatten. Sonst kann von keiner wirklich einheitlichen Armee für Libyen die Rede sein“, so der Kommentar.

    „Die nächste Frage ist, ob alle am libyschen Konflikt beteiligten Kräfte bereit wären, einen gemeinsamen Führer anzuerkennen und zu beginnen, sich mit ihm zu verständigen. Die Situation sieht derzeit nicht so kläglich aus wie in Syrien, wo es keinen Führer gibt, der mindestens zwei Dritteln des Landes recht wäre. Haftar ist trotz vieler Vorbehalte diesem Ergebnis nah. Vorerst sind keine Alternativen in Sicht. Libyen könnte einen neuen Muammar Gaddafi bekommen – bloß nicht so exzentrisch und nicht bedrohlich für die Außenwelt. Was innerhalb Libyens geschehen wird, geht niemanden an – wenn nur Ölkonzerne in diesem Land ruhig arbeiten könnten“, schreibt die Zeitschrift zum Schluss.

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    Tags:
    Feldkommandeure, Libysche Nationalarmee, Sergej Lawrow, Chalifa Haftar, Sergej Schoigu, Muammar al-Gaddafi, Libyen
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