Widgets Magazine
22:54 19 September 2019
SNA Radio
    US-Armee in Afghanistan (Archivbild)

    Afghanistan - „Friedhof für US-Armee“? Experte bewertet Taliban-Drohung und US-Kalkül

    CC BY 2.0 / The U.S. Army / Mountain path
    Politik
    Zum Kurzlink
    10837
    Abonnieren

    Der Militärberater im afghanischen Innenministerium, General Abdul Hadi Khalid, hat sich am Mittwoch in einem Gespräch mit Sputnik dazu geäußert, wie stark die Taliban bei der Konfrontation mit den USA sind und ob die USA die Taliban an den Verhandlungstisch bringen könnten.

    „Die Taliban sind besorgt über Washingtons neue Strategie gegenüber Afghanistan. Sie haben Angst. Eine solche Reaktion der Taliban auf die Erklärung der USA soll ihren Kampfgeist heben. Sie werden aber sowieso in Afghanistan nie siegen. Was die Verhandlungen mit den Taliban anbelangt, so muss man sagen, dass es unter den Taliban auch solche Leute gibt, die begreifen, dass der Krieg kein Mittel für eine  Problemlösung ist und dass man sich an den Verhandlungstisch setzen muss“, sagte der Experte.      

    Ihm zufolge wurde Afghanistan zum Opfer eines Kalten Krieges. Die Weltmächte wie Russland müssten helfen, den Frieden wiederherzustellen.

    Auch Abbas Naviyan, Vorstandsmitglied der afghanischen Partei „Recht und Gerechtigkeit“, vertrat in einem Sputnik-Gespräch die Auffassung, dass die neue US-Strategie einen klaren Aufruf an die Taliban enthalten soll, sich an den Verhandlungstisch zu setzen.

    „Amerika ist eine Supermacht, und die Taliban werden nicht gegen es kämpfen können. Bisher konnten die Taliban ihm widerstehen und zwar nur dank Pakistan. Wenn es Amerika gelingt, seine Strategie umzusetzen und Pakistan dazu zu zwingen, die Unterstützung für die Taliban einzustellen, wird diese Gruppierung ihren Widerstand nicht nur gegen die Amerikaner, sondern auch gegen die Streitkräfte der afghanischen Regierung stoppen“, so Naviyan.

    Wie die Agentur Reuters zuvor unter Verweis auf einen Taliban-Sprecher mitgeteilt hatte, hat die radikale Taliban-Bewegung den Beschluss von US-Präsident Donald Trump verurteilt, den Aufenthalt der US-Militärs in Afghanistan zu verlängern. Demnach wollen die Taliban-Mitglieder ihren Dschihad weiter fortsetzen, solange auch nur ein einziger US-amerikanischer Soldat in Afghanistan ist.

    Wenn die USA ihre Truppen aus Afghanistan nicht abziehen, so wird es bald zu einem weiteren Friedhof für diese Supermacht im 21. Jahrhundert“, so die Taliban.

    Donald Trump hatte am Montag seine Afghanistan-Strategie verkündet. Er sagte dabei, dass ein „hastiger Abzug“ der US-Truppen ein „Vakuum“ beispielweise für die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) oder das Terrornetz Al Qaida schaffen würde.

    Trump hatte auch die Rolle Pakistans in der afghanischen Frage klar definiert: Islamabad sei direkt bedroht gewesen, dass es „viel verlieren“ könnte, wenn es weiterhin Terroristen auf seinem Territorium beherbergen werde. Zudem werde Washington ab sofort nicht mehr die Anzahl seiner Truppen, die an Anti-Terror-Operationen teilnehmen, sowie seine militärischen Pläne verkünden.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Pentagon verschleudert weitere 500 Millionen Dollar in Afghanistan – ohne Erfolg
    Afghanistan will Terrorismus mit Tourismus besiegen – INTERVIEW
    „Wir verlieren“: Trump fordert Entlassung von US-General in Afghanistan - Medien
    Tags:
    Ende, Krieg, Taliban, Donald Trump, Afghanistan, USA