14:28 22 November 2019
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    Syrien: Moskau und Washington bleiben auf Draht – trotz Probleme

    © Foto : The US Army
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    Erst feuert Trump Tomahawks auf einen Armeeflugplatz in Syrien, dann schießt die US-Luftwaffe einen syrischen Kampfjet ab – der erste Abschuss eines bemannten Flugzeugs seit 1999. Dennoch bleiben die Streitkräfte Moskaus und Washingtons ständig im Kontakt, wie Reuters meldet. Reibungslos läuft die Verständigung demnach nicht – aber sie läuft.

    Russen und Amerikaner haben im Dialog eine Deeskalationslinie ziehen und somit ihre Einsatzgebiete in Syrien klar abstecken können, heißt es. Auch sind die Luftwaffen beider Länder – ehemals Gegner im Kalten Krieg – jetzt permanent durch eine Hotline verbunden. Bis zu zwölf Mal am Tag telefonieren Moskaus und Washingtons Leitzentralen für Lufteinsätze miteinander, um Zwischenfälle im Himmel über Syrien zu vermeiden.

    Reuters-Mitarbeiter hatten die einmalige Möglichkeit eine solche Leitzentrale zu besuchen, auf der Al-Udeid-Air-Base in Katar. Dort haben die Journalisten unter anderem zwei russische Muttersprachler getroffen, die die Vereinigten Staaten bei Gesprächen mit der russischen Luftwaffe vertreten.

    Die Kommunikation zwischen den beiden Seiten gestaltet sich, wie die Agentur berichtet, alles andere als einfach. Dennoch bleiben sie im Kontakt:

    „Wir müssen in der Tat wirklich schwere Probleme lösen. Im Großen und Ganzen aber haben wir einen Weg gefunden, die Deeskalationslinie zu wahren und unsere Mission fortzusetzen“, sagte Generalleutnant Jeffrey Harrigian, Oberbefehlshaber der US-Luftwaffe im Nahen Osten.

    Beide Seiten wollten die wenigen Gebiete erobern, die noch von Terroristen kontrolliert würden, schreibt Reuters. Deshalb sei die Gefahr von Zwischenfällen besonders groß. Doch: „Wir müssen den Dialog aufrechterhalten, auch wenn die Telefongespräche oftmals angespannt sind. Schließlich geht es uns darum, uns selbst und unsere Koalitionspartner zu schützen und den Feind zu vernichten“, so Harrigian.

    Der Preis möglicher Fehlschlüsse im Gefecht wurde laut Agentur allzu deutlich, nachdem die USA einen syrischen Kampfjet abgeschossen hatten. Moskau drohte Washington unverzüglich, künftig jedes Flugzeug westlich des Euphrats als Ziel zu betrachten – die Deeskalationslinie zwischen der US-amerikanischen und der russischen Einsatzzone verläuft entlang dieses Flusses.

    Die US-Piloten flogen weiterhin Richtung Westen vom Euphrat, hielten dabei jedoch Kontakt zu ihren russischen Kollegen.

    Die Russen waren nichts als professionell, verhielten sich freundlich und diszipliniert“, sagte Generalleutnant Stephen Townsend, Oberbefehlshaber der US-geführten Anti-IS-Koalition.

    Derzeit werde um die letzte IS-Hochburg in Syrien, die Region Deir er-Zor, gekämpft, weshalb die Streitkräfte Moskaus und Washingtons darüber verhandeln, die Deeskalationslinie zu verlängern. Bislang verläuft sie in einem Bogen entlang des Euphrats von der Stadt ath-Thaura bis Deir er-Zor.

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    Tags:
    Partnerschaft, Deeskalationszonen, US-Luftwaffe, Katar, USA, Russland