11:23 05 August 2020
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    Ankara weicht heutzutage von der Strategie der Regierungspartei AKP ab, die seit den vergangenen 16 Jahren die türkische Außenpolitik prägte. Davon zeugen die intensivierten diplomatischen Kontakte Ankaras mit den Nachbarländern und den Verbündeten, meint die politische Expertin der Zeitung „Sözcü“ in Ankara, Zeynep Gürcanli.

    Der iranische Generalstabschef Muhammed Bakiri
    © AFP 2020 / CHAVOSH HOMAVANDI
    „Die AKP-Leitung sprach immer davon, dass ohne Kenntnis der Türkei kein Vogel in der Region vorbeifliegen darf“, sagte Gürcanli in einem Sputnik-Gespräch. Diese Verhaltenslinie habe die Politik des Landes gegenüber Syrien und dem Irak seit mehreren Jahren geprägt. „Heutzutage sehen wir eine schrittweise Abkehr von dieser Strategie, die türkische Leitung macht gewisse Zugeständnisse“, so die Expertin.

    Die Regierung in Ankara habe es von Anfang an auf einen Sturz des Regimes von Baschar Assad abgesehen. Doch wegen der aktuellen Lage in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens und in der danebenliegenden Provinz Afrin, die von kurdischen Milizen kontrolliert wird, versuche die Türkei Wege zur Aussöhnung mit Assad zu finden. „Ich denke, dass die Besuche der Generalstabschefs des Irans und Russlands mit der Diskussion der Situation in Idlib, Afrin und der Anerkennung der syrischen Macht durch die Türkei verbunden sind“, so die Expertin weiter.

    Idlib sei derzeit unter der Kontrolle der Dschichadisten, was Russland, dem Iran und Syrien und auch den USA große Sorgen bereite. „Es soll demnach zu einer Säuberung in Idlib kommen. Sie soll aber so abgehalten werden, dass die Kämpfer und ihre Familien aus Idlib nicht über die Grenze in die Türkei fliehen könnten. Gerade diese Frage steht derzeit auf der Tagesordnung der Akteure in der Region“, so die Expertin.

    „Die Lösung dieses Problems wäre die Übergabe dieses Gebiets an Assads Regierung. Die Türkei stellt aber eine Vorbedingung – Afrin soll von der Kontrolle der kurdischen YPG-Einheiten abgezogen werden“, hieß es weiter.

    Die Diplomaten versuchen der Expertin zufolge nun zu entscheiden, wie Afrin und Idlib an syrische Regierungskräfte übergeben werden soll. „Es wird nach einer Formel gesucht, die die Interessen der Türkei am wenigsten beeinträchtigen würde“, so Gürcanli.

    Vor kurzem besuchten der iranische Generalstabschef Muhammed Bakiri und US-Verteidigungsminister James Mattis die Türkei. Der türkische Präsident Erdogan besuchte Jordanien. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu kontaktierte Bagdad und Erbil im irakischen Kurdistan. Derzeit wird der russische Generalstabschef Valeri Gerassimow in der Türkei zu Besuch erwartet.

     

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    Tags:
    Regime, Aussöhnung, Politik, kurdische Selbstverteidigungskräfte YPG, AKP (”Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung”), Recep Tayyip Erdogan, Baschar al-Assad, Afrin, Idlib, Iran, Syrien, USA, Russland