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04:39 23 Juli 2019
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    Nach US-Kritik: Findet Pakistan in Peking einen neuen strategischen Verbündeten?

    © AP Photo / Ng Han Guan
    Politik
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    Pakistan hat die Kritik von US-Präsident Donald Trump, das Land würde Terroristen beheimaten, die gegen US-Militärs kämpfen, scharf zurückgewiesen. Washington versuche, die eigene Schuld auf andere abzuwälzen. Das schreibt die russische Zeitung „Nesawissimaja Gazeta“.

    Das Land wolle sich nicht gefallen lassen, für die Fehler anderer verantwortlich gemacht zu werden. Gleichzeitig sei jedoch bekannt, so die russische Zeitung, dass der pakistanische Geheimdienst tatsächlich militante Kämpfer unterstützt, die regelmäßig ins indische Staatsgebiet einfallen. Die Situation rund um die Region wird noch komplizierter, da nun auch China zumindest indirekt in den Spannungen mitmischt, da es aktiv die pakistanische Regierung mit Waffen, Wirtschaftshilfen und zuletzt auch politischem Beistand unterstützt.

    Die Afghanistan-Strategie des Weißen Hauses hat in Pakistan für sichtbare Unruhe gesorgt. Zum einen hat Trump im Kampf gegen den Terrorismus Indien um Beistand gebeten – den ewigen Erzfeind Pakistans. Zum anderen hat er Pakistan direkt dafür verantwortlich gemacht, Terroristen Zuflucht zu gewähren.

    „Wir zahlen an Pakistan Milliarden und Milliarden Dollar und sie nehmen bei sich genau jene Terroristen auf, mit denen wir Krieg führen“, so Trump.

    Wie die New York Times berichtet, haben sich die amerikanisch-pakistanischen Beziehungen deutlich verschlechtert – gerade wegen der Rolle, die Pakistan im afghanischen Konflikt spielt. Nicht zuletzt wurde Osama Bin Laden, der ehemalige Terrorist Nummer eins und Organisator der Anschläge vom elften September 2001, von amerikanischen Spezialkräften in Pakistan entdeckt und dort getötet.

    Trumps Kritik haben pakistanische Amtsträger deutlich zurückgewiesen. Die Hauptschuld für die Instabilität liegt laut diesen in der destruktiven Rolle Indiens, das angeblich feindliche Kräfte unterstützen würde.

    Der pakistanische Außenminister, Khawaja Asif, hat zudem erklärt: „Man soll uns nicht zum Sündenbock machen für deren (das US-Amerikanische – Anm.d.Red.) Versagen in Afghanistan.“

    Dem haben viele pakistanische Geistliche, bei denen übrigens viele hochrangige Taliban-Kämpfer bei den Predigten anwesend waren, zugestimmt.

    „Die USA sind ein Feind der muslimischen Gemeinschaft. Pakistan muss die sogenannte Allianz gegen den Terror verlassen“, sagte Sami ul Haq, pakistanischer Geistlicher und Politiker.

    Wie auch immer, eine internationale Isolation droht Pakistan auch trotz der Spannungen mit den USA und Indien nicht. China hat Pakistan bereits seine Unterstützung zugesichert und bewertete die chinesisch-pakistanische Beziehung als „allwetterfest“. Peking hat den Vereinigten Staaten bereits mitgeteilt, die USA sollten Pakistans Rolle in der Region schätzen und dessen Sorgen um die Sicherheit akzeptieren.

    Dabei handelt China in völligem Eigeninteresse. Peking befürchtet, dass im Falle einer Schwächung der pakistanischen Zentralregierung islamistische Kämpfer in chinesische islamisch geprägte Provinzen gelangen könnten – allen voran in das Uigurische Autonome Gebiet Xinjiang. Derzeit könne diese Gefahr durch eine effektive Kooperation zwischen chinesischen und pakistanischen Sicherheitsdiensten verhindert werden. Die Kooperation habe sich zudem noch weiter intensiviert, nachdem der schwellende pakistanisch-indische Konflikt in den letzten Jahren wieder „heißer“ geworden sei.

    Der stellvertretende Leiter des russischen Instituts für Orientforschung, Vjatscheslav Belokrenizkij, hat die Situation in der Region als politisches Patt bezeichnet.

    „Pakistan ist stark von den USA abhängig, gleichzeitig sollte man nicht erwarten, dass die Pakistani irgendwelche Zugeständnisse an Washington machen werden. (…) Auf der anderen Seite können auch die Amerikaner die Pakistani nicht in die Ecke drängen. Es ist eine Pattsituation.“

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    Tags:
    Terrorbedrohung, Antiterrorkrieg, Pakistan, Indien, USA, China