04:47 18 November 2019
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    AfD-Vizevorsitzende Alexander Gauland

    "In Anatolien entsorgen": Gauland vs. Özoguz - Kritikwelle nach verbaler Entgleisung

    © AFP 2019 / Tobias Schwarz
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    AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hat die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, scharf angegriffen. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

    Wahlplakat von CDU-Partei (Archivbild)
    © REUTERS / Fabrizio Bensch
    Demnach erntet er dafür jetzt heftige Kritik nicht nur von der Bundesregierung.

    Bei einer Wahlkampfveranstaltung im thüringischen Eichsfeld soll der AfD-Spitzenkandidat von einer „Entsorgung“ Özoguz‘ gesprochen haben.

    Gauland empörte sich der FAZ zufolge über eine Äußerung der SPD-Vizevorsitzenden in der Zeitung „Tagesspiegel“ vom Mai. Damals hatte sie gesagt: „Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“

    Diese Äußerung kommentierte der AfD-Spitzenkandidat so: „Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist“, so Gauland in Eichsfeld. „Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“ Darauf folgten Applaus und vereinzelte Jubelrufe des Publikums.

    Am Montag sagte Gauland dem „Tagesspiegel“, er könne sich nicht erinnern, ob er den Begriff „entsorgen“ in der Tat benutzt habe. Dass Özoguz für ihr Amt als Integrationsbeauftragte ungeeignet sei, sage er jedoch bereits seit Längerem.

    Die zweite Spitzenkandidatin der AfD, Alice Weidel, sagte ihrerseits am Montag im ZDF-Morgenmagazin, sie kenne den genauen Kontext der Äußerung ihres Parteifreundes zwar nicht, wenn Gauland jedoch gemeint habe, dass SPD-Vizevorsitzende Özoguz als Integrationsbeauftragte absolut ungeeignet sei, könne sie das „unterschreiben“.

    Kritikwelle aus Koalitionsparteien

    Vertreter von SPD und CDU/CSU verurteilten Gaulands Äußerung einstimmig. „In diesem Fall will ich nur sagen: Frau Özoguz stammt aus Hamburg, insofern disqualifizieren sich diese Äußerungen von selbst“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Der Sprecher des Außenministers Sigmar Gabriel (SPD) reagierte weniger zurückhaltend und sagte, Gaulands Worte würden „jeden Anstand und Respekt vor Andersdenkenden vermissen“ lassen.

    Auch SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz ließ die Sache nicht unbeachtet: „Die Entgleisung von Gauland gegenüber Özoğuz ist widerlich. Wir müssen alles dafür tun, dass solche Rassisten nicht in den Bundestag kommen!“, schrieb er auf Twitter.

     

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    Tags:
    Äußerung, Kritik, Applaus, Kultur, Entsorgung, SPD, AfD Armee Fraktion (AAF), Aydan Özoğuz, Alexander Gauland, Deutschland