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11:40 20 September 2019
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    Zur Abwehr von Nordafrikanern? AfD nach Pfefferspray-Verteil-Aktion im Kreuzfeuer

    © REUTERS / Wolfgang Rattay
    Politik
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    Anders als viele Parteien, die im Wahlkampf Kugelschreiber oder Luftballons verteilen, hat die AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach Pfefferspray verschenkt. Angeblich zum Schutz gegen Nordafrikaner. Wie die „Allgemeine Zeitung“ berichtet, stieß die Aktion auf viel Kritik.

    Auf dem Beipackzettel des Sprays stand dem Blatt zufolge: „Nur gegen Tiere einsetzen“. Doch laut der Grünenpolitikerin Stephanie Otto ging es den Veranstaltern der Aktion um etwas ganz anderes. So sollen ihr zwei Teenagermädchen erzählt haben, dass die Nachwuchs-AfDler ihnen das Spray überreichten hätten, und zwar mit den Worten „Hier habt ihr Pfefferspray, um euch gegen Nordafrikaner zu wehren“. Weitere Augenzeugen sollen die Aussage bestätigt haben.

    „Ich habe Polizei, Ordnungsamt und die Oberbürgermeisterin informiert“, sagte die Grünenpolitikerin der Zeitung. 

    Das Spray sei zur Tierabwehr, zitiert das Blatt den Landtagsabgeordnete Damian Lohr als Sprecher der Jungen Alternative Rheinland-Pfalz. Oder zur Abwehr von Menschen – „aber halt nur in absoluten Notsituationen“, so Lohr weiter.

    Hintergrund der Aktion war übereinstimmenden Medienberichten zufolge das nächtliche Aufenthaltsverbot in drei Bad Kreuznacher Stadtparks. Auslöser des Ende Juli verhängten Verbots sei ein Streit zwischen zwei Gruppen von Zuwanderern in einem der Parks gewesen, bei dem es Verletzte gegeben habe.

    Die Oberbürgermeisterin von Bad Kreuznach, Heike Kaster-Meurer (SPD), verurteilte die AfD-Aktion. „Rechtlich können wir nichts machen, aber es ist moralisch natürlich nicht hinnehmbar“, sagte sie am Dienstag. Pfefferspray mit der Kennzeichnung zur Tierabwehr fällt nicht unter das Waffengesetz und kann an Personen jeden Alters ausgeteilt werden.

    AfD-Direktkandidatin für Bad Kreuznach, Nicole Höchst, verteidigte die Reizgas-Aktion hingegen als „knallharten Wahlkampf“. Sie sehe zudem daran keinen moralischen Verstoß.  „Wir müssen endlich darüber reden, warum es in Bad Kreuznach No-Go-Areas gibt, wieso wir in Sachen Sicherheit Defizite haben.“

     

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    Tags:
    Pfefferspray, Kritik, Wahlkampf, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Rheinland-Pfalz, Deutschland