19:25 21 November 2018
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    Angeblicher Verstoß gegen INF-Vertrag: Nato erwägt Schritte gegen Russland - Medien

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    Die Nato erwägt Schritte als Reaktion auf einen angeblichen Verstoß Russlands gegen ein wichtiges Abrüstungsabkommen – den INF-Vertrag vom Jahr 1987. Dies teilt am Donnerstag die „Süddeutsche Zeitung“ mit.

    Der Vertrag untersagt den Besitz von bodengestützten Kurz- und Mittelstreckenraketen sowie von Marschflugkörpern mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern.

    Nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR hat die Nato ein als vertraulich eingestuftes Dokument an die Mitgliedstaaten übermittelt. In dem Papier mit dem Titel „Was wäre wenn“ seien 39 mögliche Reaktionen auf einen Vertragsbruch aufgelistet. 

    Einige dieser Optionen seien sehr weitreichend, wie etwa ein Ausbau der nuklearen Abschreckung der Nato. Was genau unter einer solchen Abschreckung gemeint sei, werde in dem Artikel nicht präzisiert. Es gehe unter anderem darum, mehr Frühwarnsysteme zu installieren, die U-Boot-Abwehr zu verstärken und B-2- und B-52-Bomber in Europa häufiger einzusetzen. In dem Geheim-Papier werde außerdem empfohlen, die Einsatzbereitschaft jener Flugstaffeln in Europa zu erhöhen, die Atombomben abwerfen können. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen diese Staffeln stationiert sind.

    Von neuen Sanktionen werde in dem Dossier jedoch ausdrücklich abgeraten. Ein Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag und deren Einstieg in Forschung und Entwicklung von Kurz- und Mittelstreckenwaffen komme ebenso nicht infrage. Nach Angaben aus Nato-Kreisen wird in der US-Administration jedoch über einen solchen Schritt nachgedacht – auch weil US-Präsident Donald Trump unter dem Druck des Kongresses stehe.

    Diese Vorwürfe kommen dem Blatt zufolge zu einem gefährlichen Zeitpunkt, da sowohl Russland als auch die USA angekündigt hätten, ihre Atomarsenale zu modernisieren.

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    Tags:
    Verstoß, Atomwaffen, Vertrag, NATO, Russland